Band Filter

AND ONE - S.T.O.P.

VN:F [1.9.22_1171]
Artist AND ONE
Title S.T.O.P.
Homepage AND ONE
Label SYNTHETIC SYMPHONY
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.3/10 (25 Bewertungen)

An dieser Stelle möchte ich mal davon absehen, eine der größten Synthpop-Bands der Szene vorzustellen, der Name dürfte jedem ein Begriff sein, außerdem möchte ich das „Puppentheater“ der letzten Zeit nicht näher wiedergeben oder beurteilen, auf jeden Fall sind alle Beteiligten nicht sonderlich gut weggekommen! Ich persönlich werde versuchen, das neue Album nur musikalisch zu bewerten… aber auch in diesem Kernbereich kommt es recht zwiespältig rüber.

Die Vorab-Maxis an sich fand ich persönlich gut gelungen und es machte Hoffnung, dass sich hier etwas Interessantes entwickeln könnte, genau deswegen ist die Eröffnung mit „Shouts Of Joy“ ein relativ guter Einstand (allerdings geht mir der Anfang des Songs immer noch auf den Senkel), aber wenn ich „Kiling The Mercy“ anhöre, bekomme ich spontan Pickel, denn nach 20 Jahren kann ich diese typischen AND ONE-Sounds, -Melodien, -Phrasen einfach nicht mehr hören, ich möchte einfach nicht mehr das 200ste Stück hören, das 1:1 austauschbar ist und diese Welt nicht braucht. Sorry Steve, aber den Titel „Dieter Bohlen der Szene“ hast du dir nun spätestens wahrhaft verdient…mal abgesehen davon, dass dieser Track an Langeweile wirklich kaum zu übertreffen ist. Mit „Memory“ folgt dann der für mich beste Titel, der trotz der typischen Sounds den richtigen Groove hat und auf seine Weise einfach nur Spaß macht. So kann man mit leichten Variationen einen Earcatcher kreieren, der die eigenen Wurzeln nicht verleugnet. Bei „You Without A Me“ verweise ich auf den zweiten Titel, man wird einfach nur verleitet, weiter zu skippen, so was will und möchte ich nicht mehr hören. Der Anfang von „Don’t Get Me Wrong“ macht dann wieder Hoffnung, ist eigentlich auch ganz tauglich, aber im Endeffekt nur ein weiterer typischer „AND ONE“-Klon. Seltsam, aber nach dem permanenten 08/15 Bodypop ist „Aigua“ dann wohl einer der schönsten Songs, den ich je von AO gehört habe, hier singt eine Dame solo ohne Drums oder aufdringlichen Sound, eine dezente und zerbrechliche Atmosphäre wird aufgebaut und verstummt leider wieder schon nach knappen 2 Minuten. Dieses Aufpäppeln des Interesses war die notwendige Dosis, um den supertollen 80er Track „S.T.O.P. The Sun“ mit freudiger Erwartung zu empfangen, zwar wird hier wieder in der eigenen Historie gewildert, aber trotz alledem geht er ab wie Hotte und macht unglaublich viel Laune. „The 4“ ist „nett“, reißt aber nicht sonderlich mit, genauso wenig wie das schon bekannte „Back Home“, im Nachhinein schon etwas schwächer zu betrachten. Mit „Everybody Dies Tonight“ hat man noch als Lückenfüller einen DEPECHE MODE-B-Seiten-Song gebastelt, wo ich nur gähnen kann, passt aber perfekt zu „The End Of Your Life“, das (ebenso) an Gahan und Co angelehnt ist. Und das richtig Traurige daran ist, dass der Song zwar kleine Macken hat, aber der Gast-Gesang von Douglas McCarthy (seit wann haben AND ONE „so viele“ Gäste?) unglaublich geil rüberkommt und den Titel aufwerten kann, besonders wenn man etwas Geduld mitbringt und ihn bis zum Ende hört. Die Steigerung empfinde ich als immens und das Stück bekommt dann im Endeffekt doch noch eine Empfehlung. „No Words“ spare ich mir mal, Instrumentalstück ohne emotionalen Tiefgang, mehr möchte ich nicht dazu sagen, und die Triebwerk EP liegt mir nicht vor, schade!

Somit komme ich eigentlich nur auf 4 gute Songs und leider ist kein einziger deutscher Titel dabei, eigentlich eine besondere Stärke von Steve! Also was bitteschön war das denn nun in Summe? Ich kann die Sache mal gerne mit meiner Gefühlslage wiedergeben, aber das sollte eigentlich jeder für sich selbst tun. ACHTUNG, ich spekuliere… Die Querelen gingen doch auf die Kreativität der Jungs, denn hier sind zwar die positiven Ansätze der Maxis zu erkennen, diese stellen die guten Songs, aber der Rest ist so lahm ausgelutscht, dass man wohl auch noch zusätzlich unter Zeitdruck geraten ist und „nur“ das Übliche auf „Schnell Schnell“ herausgebracht hat. Das Ganze wirkt eher wie ein halbes Album mit mehreren B-Seiten, oder wusste man doch nicht, wohin man sich entwickeln möchte? Ganz egal wie, so geht es nicht weiter, außer man möchte eine alternde Band sein, die nur noch versucht, ihre ebenso alten Fans zu halten, jedenfalls solange diesen Leuten die Band nicht auch noch überdrüssig wird. Entweder es bleibt weiterhin so, oder man ergreift die Flucht nach vorne, was schon seit vielen Jahren überfällig ist! Und hört endlich auf bei DEPECHE MODE zu klauen, ihr habt jahrelang bewiesen, dass ihr es auch alleine fantastisch könnt! In diesem Sinne probiere ich es mal im Telegrammstil: Album fertig STOP, nicht so der Hit STOP, kauft euch die paar guten Songs einzeln STOP, wird wahrscheinlich günstiger als die 5 € für das ganze Download-Werk STOP.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

AND ONE - Weitere Rezensionen

Mehr zu AND ONE