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AND THE GOLDEN CHOIR - Another Half Life

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Artist AND THE GOLDEN CHOIR
Title Another Half Life
Homepage AND THE GOLDEN CHOIR
Label CARGO RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

AND THE GOLDEN CHOIR sind Tobias Siebert und seine Schallplatten. Klingt seltsam? Nun, Siebert, den der eine oder andere vielleicht noch von DELBO oder KLEZ.E kennt, ist seine eigene Band und spielt deshalb nach und nach alle Instrumente selbst ein und zeichnet auf diese Weise seine Songs Stück für Stück auf. Was tun, wenn man live spielen möchte? Man lässt knisternde Schallplatten laufen und ersetzt dadurch die nicht existierende Kapelle, während man selbst singt und verschiedene, um sich aufgereihte Instrumente bedient.

So hält es Tobias Siebert aka AND THE GOLDEN CHOIR, der mit „Another Half Life“ sein jüngstes Baby präsentiert. Eine ungewöhnliche Vorgehensweise, die aber erstaunlich gut zum gefühlvollen Mix aus Indie-Pop, Folk und Gospel des Berliners passt. Es sind große Emotionen, die der musikalische Tausendsassa da in scheinbar unspektakuläre Melodien verpackt, die jedoch allmählich immer mehr Tiefe und Weite einnehmen und den Hörer in ihren Bann ziehen. So ist der eröffnende Titeltrack „Another Half Life“ eher eine Ankündigung dessen, was in den elf folgenden Songs noch großes passieren soll. „The Transformation“ lässt die angesprochene Verwandlung bereits erahnen und in diesem Sinne entwickeln sich auch „Holy Diamond“ und „My Brothers Home“ zu zwar leisen, aber dafür umso eindringlicheren Grownern, denen „My Heaven Is Lost“ mit sanften Klavierklängen folgt. „It’s Not My Life“ setzt derweil auf vertrackte Rhythmen und „My Daily Dose“ auf beschwingte Melodien. „Choose To Lose“ bringt unterdessen eine gewisse Dramatik ins Spiel und die Vorab-Single „Dead End Street“ klingt geheimnisvoll. Bleiben noch „The Hunter of Souls“, „Angelina“ und „In Heaven“, die gekonnt mit Stimmungen und Emotionen spielen, wobei das Ganze dankenswerter Weise nie kitschig wird.

Dafür klingt „Another Half Life“ viel zu geerdet. Was vermutlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass sämtliche Zutaten sehr sparsam und zielgerichtet eingesetzt werden: Egal, ob Tobias’ Stimme oder die vielseitige Instrumentierung: alles wird punktgenau und akzentuiert zum Einsatz gebracht, wodurch eine ganz besondere Stimmung mit jeder Menge Tiefgang entsteht

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