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ANGELSPIT - Hideous and Perfect

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ANGELSPIT
Title Hideous and Perfect
Homepage ANGELSPIT
Label BLACK PILL RED PILL
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (1 Bewertungen)

Seit einem WGT Auftritt bin ich von ANGELSPIT extrem begeistert, mir ist selten so ein aggressiv dreckiger Elektropunk entgegen geschmettert worden, und die Band kommt auch noch aus Australien?! Eigentlich ist die gängige Bezeichnung „Industrial“ (das amerikanische Industrial à la KMFDM), dies kann ich auch mit gutem Gewissen bejahen, aber in Wirklichkeit versteckt sich dahinter eine abgefahrene Mischung aus PEACHES, ALEX EMPIRE und SKINNY PUPPY.

Bei der neuen CD „Hideous and Perfect“ wurde die „böse“ Gitarre vermehrt und besser integriert, bzw. hat sogar die Oberhand übernommen. Während auf den Vorgängeralben die Elemente miteinander verschmolzen, wird neuerdings dem Instrument ein zentrale Rolle zugestanden, somit besteht der Sound in erster Linie aus Soundspielereien, Rhythmik und harten Riffs – Melodie und Synthies sind auf der Strecke geblieben. Wie sagt man so schön, „It kicks ass“, aber die Qualitäten der älteren CDs besitzt „HaP“ nicht mehr, die Zielrichtung hat sich fast komplett auf die ATARI TEENAGE RIOTs umgestellt mit einem gehörigen „neuen“ SKINNY PUPPY-Anteil, die man versuchen zu kopieren, aber nur stellenweise erreicht. Der Songaufbau ist durchaus gelungen, man hat sich sehr viel Mühe gegeben, aber während früher die Musik den monotone Gesang getragen hat, stehen sich heute beide Elemente gleichwertig gegenüber und nehmen den Hörer auf eine eher langweilige Reise von Song zu Song mit. Das Sounddesign ist extrem anspruchsvoll, aber das kann nicht alles tragen oder retten, denn die Kompositionen sind nicht so konzipiert, dass dieses den Hauptbestandteil ausmacht, es verbessert eher nur die Randbedingungen. Der beste Track ist leider auch der letzte, denn „As It Is In Heaven“ könnte glatt ein Track von NIN sein und besitzt sehr viel Tiefe, hier blühen die Fähigkeiten der Band auf.

Somit bin ich schon etwas enttäuscht, denn auf den ersten Blick sind die Stücke härter und durchgedrehter als bisher (was ANGELSPIT neue Freunde einbringen wird), aber dafür hat man an Charisma verloren, was die Formation bislang so auszeichnete und sie nun eher zu einem Klon verkommen lässt. Schade, dass das absolut hochwertig künstlerische Design der CD mehr verspricht, als der Inhalt halten kann, denn die Geduld, sich mit den Songs zu beschäftigen, verflüchtigt sich leider auf halber Strecke.

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