Band Filter

ANGUS & JULIA STONE - Karaoke Bar

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ANGUS & JULIA STONE
Title Karaoke Bar
Homepage ANGUS & JULIA STONE
Label ANGUS & JULIA STONE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

„Karaoke Bar“ ist das siebte Album der australischen Geschwister ANGUS & JULIA STONE. Erste musikalische Erfahrungen machten die beiden in der Schülerband, die ihr Vater leitete und in der auch ihre ältere Schwester Catherine spielte. Von Trompete und Posaune haben sich die beiden mit der Zeit allerdings ein wenig entfernt und stattdessen zu Gitarren und Mikros gegriffen. 2006 erschien ihre erste EP „Chocolate And Cigarettes“, ihren bislang größten Hit landeten sie 2010 mit der Single „Big Jet Plane“ von ihrer zweiten Langrille „Down The Way“, mit der ihnen auch der Durchbruch gelang. Über die Jahre wurden die Stones zu einer festen Größe in Sachen Indie-Folk-Pop, blieben in ihrer Heimat jedoch immer deutlich populärer als beispielsweise in Europa. Ob sich das mit „Karaoke Bar“ ändern wird?

Zumindest nimmt man deutlich mehr elektronische Versatzstücke wahr, auch wenn es mit dem eröffnenden Titeltrack „Karaoke Bar“ zunächst in bekannte Folk-Pop-Gefilde geht, die den Zuhörer, die Zuhörerin sanft begrüßen. Die Nummer bricht allerdings vielleicht eine Spur zu abrupt ab, dafür übernimmt „Monroe“ mit einem coolen Groove, ehe „Celestial Bodies“ erstmal auf den elektrifizierten Dancefloor bittet. „The Start“ und „Strangely Strangely“ schließen sich seltsam unspektakulär an, bevor auf „Brightest Place“ roboterartige Vocoder-Stimmen eher für Verwirrung als für einen stilistische Gewinn sorgen. Auch „Take Me Back To Japan“ wirkt mit seinen Synthies etwas zu bemüht; dann lieber ein bisschen mehr Drive wie bei „Cowgirls Lover Boi“, wobei sich auch hier die Frage stellt, weshalb der Gesang durch den Vocoder musste. „The Cherry Farm“ beteuert, dass schon alles wieder gut wird, mit ist die Nummer allerdings ein wenig zu zuckrig geraten. Mit „Mexico City“ endet die Langrille irgendwie unmotiviert – die elektronischen Spielereien scheinen der bisherigen Intensität der Songs von ANGUS & JULIA STONE eindeutig im Weg zu stehen.

„Karaoke Bar“ wurde in Griechenland, Frankreich und Australien geschrieben und aufgenommen. Das Album vereint Songs, die von Bewegung, Instinkt und den jeweiligen Orten geprägt sind, an denen sie entstanden. Jede Umgebung hinterließ ihre eigene Spur auf der Platte; dadurch sollte ein Longplayer entstehen, der zugleich zutiefst persönlich und auf stille Weise weitläufig wirken sollte – eine Balance zwischen intimen Momenten und umfassenderen Reflexionen über Verbundenheit, Erinnerung und das Verstreichen der Zeit. Für mich haben ANGUS & JULIA STONE dieses Ziel nicht erreicht, stattdessen wirkt die Musik gelegentlich einfach beliebig und bisweilen sogar ein wenig kitschig. Das haben die beiden definitiv schon besser hinbekommen und möglicherweise ist es besser, wenn sie die Finger von der Elektronik sein lassen und sie sich wieder auf bewährte handgemachte Mucke konzentrieren. Meine Vorfreude auf „Karaoke Bar“ wurde mehr den zehn neuen Songs jedenfalls niur sehr begrenzt bestätigt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ANGUS & JULIA STONE - Weitere Rezensionen

Mehr zu ANGUS & JULIA STONE