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ANIMALS AS LEADERS - The Joy Of Motion

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Artist ANIMALS AS LEADERS
Title The Joy Of Motion
Homepage ANIMALS AS LEADERS
Label SUMERIAN RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Gestartet im Jahr 2009 als in kommerzieller Hinsicht eher begrenzt ambitioniertes Nebenprojekt zu seiner Metalcore-Band REFLUX haben Kopf und Leadgitarrist Tosin Abasi und seine ANIMALS AS LEADERS mit „The Joy Of Motion“ mittlerweile ihr drittes Album am Start und mausern sich im Progressive-Sektor langsam aber sicher zu einer festen Größe, und das nicht ausschließlich (wie doch recht häufig in diesem Genre) als Kritikerlieblinge. Abzusehen war das zu Beginn nicht wirklich, aber spätestens mit dem aktuellen Dreher haben es die Fusionisten aus den USA, soviel sei vorweg genommen, auch redlich verdient.

„The Joy Of Motion“ beginnt mit dem treffend betitelten „Kascade“ und es regnet sogleich eine solche an vertrackten Rhythmen und Art Rock-Harmonien auf den Hörer herab. Und zwar in einem Tempo, in dem 98 % aller Musiker nicht einmal denken können. Da stecken die Wurzeln ganz deutlich im Metal. Das folgende „Lippincott“ glänzt mit einem unfassbar kernigen Bass, der mit Nachdruck in die Hüfte fährt und sowohl die fetten Djent-Riffs als auch die verspielten Melodien, die an J.S. BACH (jawohl!!) erinnern, äußerst solide untermauert. In der Folge verlieren sich ANIMALS AS LEADERS ein wenig in ihrem Spieltrieb und verzetteln sich in allzu Fusion-lastigen Break-Orgien, worunter die Nachvollziehbarkeit für Otto Normalhörer ein wenig leidet. Spätestens in „Physical Education“ besinnen sich die Herren Wahnsinnigen jedoch wieder darauf, dass ein guter Groove das beste Fundament für furiose Instrumental-Eskapaden darstellt. „Tooth And Claw“ perfektioniert anschließend diese Erkenntnis und stampft schwergewichtig zwischen Jazz und Metal hin und her. Apropos Metal: Der bleibt auf „The Joy Of Motion“ stets Grundkontext, auch wenn Abasi und seine Mannen das Spielfeld um ein Vielfaches erweitern und selbst vor Postrock-Anleihen (wie in „The Future That Awaited Me“) oder Flamenco-Gitarren („Para Mexer“) nicht Halt machen. Hauptsache, es werden ausreichend verschleppte Quintolen und 7/8-Takte eingebaut. Aber dafür sorgt ohnehin Drummer Matt Garstka, der auf „The Joy Of Motion“ erstmals dabei ist. Dieser Mensch scheint einige Gliedmaßen überzählig zu haben, die er nur schwer unter Kontrolle halten kann. Und bis 27 zählen kann er definitiv auch. Man höre nur „Mind-Spun“. Und staune. Wenn man das bis zu diesem Zeitpunkt des Albums nicht sowieso schon längst tut.

Fazit: ANIMALS AS LEADERS sind das personifizierte Feuerwerk der Virtuosität und definitiv die Band, die man grinsend den Leuten vorspielt, die behaupten, Metal sei nur hirnloser Krach. „The Joy Of Motion“ ist ein entsprechendes Statement, das die Messlatte für Prog Metal moderner Prägung verflucht hoch hängt, manchmal etwas zu verkopft, aber über weite Strecken groovy und nachvollziehbar, als Ganzes absolut homogen. Man muss es halt mögen. Zum Einschlafen und im Stau stehen ist es nichts, aber zum aufmerksam Musik hören und dabei durchdrehen definitiv.

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