| Artist | ANNEKE VAN GIERSBERGEN |
| Title | Drive |
| Label | INSIDE OUT |
| Leserbewertung |
Hm, da sollte man mal schleunigst seine VÖ-Politik überdenken… solch eine Scheibe gehört definitiv nicht in den Herbst… völliges Sommerhit-Potenzial verschleudert finde ich, “Drive” ist einfach mal – wie der Name vorgibt – hauptsächlich was zum “fahren”… Das neueste Werk der ex-THE GATHERING-Stimme hätte ich mir persönlich schon auf Dauerrotation auf dem ipod bei langen Radtouren vorstellen können… aber bitte, jedes Label wie es kann und mag.
Aber die Jahreszeit macht vorliegende CD auf keinen Fall schlechter, gute Musik kann man immer hören… was mir bestimmt langfristig mit dieser Ansammlung an schmissigen Melodien/ Refrains beschert ist. Zwar habe ich als Annekes Großtaten nur “Mandelion” und ”Nighttime Birds” von ihrer oben genannten ex-Band im Hinterkopf und auch von ihren Soloeskapaden ist mir nur als letzte VÖ “Air/ Pure Air” geläufig, was ich aber zumindest das Solo-Debüt von 2012 betreffend nun schleunigst ändern werde. Denn: so begeistert hat mich lockig-poppig gerockter Sommersound mit toller Frauenstimme schon lange nicht mehr. Einzig ihre Landsfrau, die unfaßbare Anouk (“Nobody’s Wife” anybody??), kann da ansatzweise mithalten oder ist noch ein wenig besser (check her out, she rules!!!) Und auch wenn es der eher sperrige Opener “We live on” nicht sofort vermuten läßt: in Folge hagelt es derbste Hits, Hits, Hits. Die gefällige aber klebrige Radio-Ballade “My Mother Said” mal ausgenommen zünded hier fast alles beim ersten hören. Wenn man Refrains beim ersten Hören mitsingen kann? Dann hat das Songwriting-Team vieles wenn nicht alles richtig gemacht.
Jenes besteht neben der vielseitig stimmlich talentierten Niederländerin derzeit aus Produzent Arno Krabman, der scheinbar ein feines Gehör für Hooks besitzt und weiß, wie er sich seinen Kompositionen die fantastischen Stimmbänder der Sängerin zu Nutze macht. Sei es das brilliante erste, dem Opener folgende Dreierpack “Treat me like a lady”, “She” und der Titeltrack oder aber die der Ballade folgenden “Forgive Me” und “You will never change”… immer volle Punktzahl. Ein bißchen wie die besten Rocksongs von CHRISTINA STÜRMER (haha, ja, sowas hör ich auch) oder (falls sich noch wer an sie und ihre Hits erinnert) der ebenfalls dem Land des schlechten Fußballs entstammenden SITA! Mit “Mental Jungle” und “Shooting for the Stars” schwächelt der Longplayer leider im letzten Drittel etwas, hat aber mit dem abschliessenden “The Best is yet to come” nochmal einen der stärksten Songs am Start und rettet den eh schon mehr als positiven Gesamteindruck.
Fans von qualitativ gehobener femal-fronted Rockmusik greifen bedenkenlos zu, open-minded MelodicMetaller hören zumindest rein… Anspieltipps: “Treat me like a lady”, “You will never change”.

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