| Artist | ANNIE LENNOX |
| Title | The Annie Lennox Collection |
| Homepage | ANNIE LENNOX |
| Label | SONYBMG |
| Leserbewertung |
4 Soloalben hat ANNIE LENNOX seit ihrer Trennung von Dave Stewart und somit dem Ende der erfolgreichen EURYTHMICS veröffentlicht und das zu Recht mit nicht minder viel Erfolg. Für das erste Album „Diva“ aus 1992 erhielt sie zwei Brit Awards als „Bestes britisches Album“ und „Beste britische Solokünstlerin“.
Die großen Hits dieses Albums, das beschwingte „Little bird“, „Walking on broken glasses“, das man auch heute noch oft und gern im Radio hört sowie die tieftraurige Ballade „Why“ eröffnen die in diesen Tagen erschienene „The Annie Lennox Collection“. Auch die beiden anderen („Precious“ und „Cold“) der insgesamt 5 Singleauskopplungen findet man wieder, ebenso „Lovesong for a vampire“, ein Song aus dem Soundtrack zu Francis Ford Coppolas Film „Bram Stoker’s Dracula“. Das zweite Soloalbum „Medusa“ war eine Sammlung von Coverversionen, von ihnen schafften es PROCUL HARUMs Klassiker „A whiter shade of pale“ und „No more I love you’s“ in die Sammlung. Ihr drittes Werk „Bare“ wurde in Europa aufgrund fehlender Singleauskopplungen nicht so wahrgenommen, verschaffte ihr aber mit Remixen von „Pavement Cracks“ und „A million beautiful things“ Platzierungen an der Spitze der US-Dance Charts und sind im Original zwei weitere Positionen dieser „Best of“. Gebührende Aufmerksamkeit wurde ihr dann wieder mit ihrem letzten Album „Songs of Mass Destruction“ zuteil, von dem die grandiosen Titel „Dark Road“ und „Sing“ auf dieser Retrospektive stammen. „Sing“ bezieht sich auf die gleichnamige Kampagne, die Lennox ins Leben rief, um auf die Aids-Problematik in Afrika hinzuweisen, dafür konnte sie den wohl berühmtesten Backgroundchor der Musikgeschichte verpflichten (u.a. MADONNA, MELISSA ETHERIDGE, CELINE DION, SUGARBABES, DIDO, ANASTACIA, PINK!, SHAKIRA und noch viele, viele mehr), die Einnahmen flossen allesamt der Aktion zu.
Wer sich schon immer gerne mal was von ANNIE LENNOX zulegen wollte, dem kann natürlich getrost zum Blindkauf geraten werden, für den eingefleischten Fan dürften indes nur die beiden neuen Titel „Pattern of my life“ aus der Feder von KEANE-Sänger Tom Chaplin und die aktuelle Single „Shining light“, eine Coverversion der irischen Band ASH wirklich interessant sein. Oder wem das noch nicht genug ist, greift zur limitierten Edition mit Bonus-CD. Darauf enthalten sind das Oscar-preisgekrönte „Into the west“ (aus “Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“), die JONI-MITCHELL-Coverversion „Ladies of the Canyon“, „Hush, Hush, Hush“, der JIMMY-CLIFF-Klassiker „Many Rivers to Cross“, ein Traditional mit dem Titel „Dream Angus“, der BJÖRK-Song „Mama“, der REM-Evergreen „Everybody Hurts“ im Duett mit ALICIA KEYS und Annies Interpretation des COLE-PORTER-Standards „Ev’ry Time We Say Goodbye“.
Ganz gleich, ob man sich für die große oder kleine Sammlung entscheidet, in beiden Fällen erhält man zeitlose, intelligente Popmusik ohne jedwede Ausfälle, einer selbstbewussten, politisch und sozial engagierten Powerfrau, deren Stimme wie ein guter Portwein mit jedem Jahr besser wurde und die – obgleich man sie oft noch als Stilikone der 80er leicht unterkühlt und androgyn vor Augen hat – mit jeder Menge „Soul“ überzeugt.

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