| Artist | ANNIE TAYLOR |
| Title | Out of Scale |
| Homepage | ANNIE TAYLOR |
| Label | CLOUD HILLS |
| Leserbewertung |
Eine Band mit weiblichem Gesang, die ANNIE TAYLOR heißt? Man könnte auf die Idee kommen, dass der Name auf die Fronterin zurückgeht, tatsächlich heißt die Sängerin und Gitarristin jedoch Gini Jungi. Ihr zur Seite stehen Tobias Arn (Gitarre), Daniel Bachmann (Drums & Percussion) und Michael Mutter (Bass). Kennengelernt hat sich das Quartett nach dem Snowboarden in einer Bar in den Schweizer Bergen und „Out of Scale“ ist das dritte Album der Züricher Indie-Kapelle, die in ihrem Sound Pop, Psychedelia, Shoegaze und Grunge verbindet.
Nach den Vorabsingles „Lucidity“, „The Ocean“ und „Something Ain’t Right“, ist passend zum VÖ-Datum auch noch ein Video zum eröffnenden „Alligator“ erschienen. Dabei handelt es sich um eine wunderbare Schrammelnummer, die in Ohr und Bein geht und ganz eindeutig Lust auf mehr macht. Bei seinen Appetithäppchen hat der Vierer bereits ein glückliches Händchen bewiesen, denn die Songs zeigen die ganze stilistische Bandbreite, die dank „Something Ain’t Right“ mit melodischem Gitarrenpop aufwartet, während das temperamentvolle „Lucidity“ im Punk verwurzelt ist und „The Ocean“ melancholischen Indie-Pop zu Gehör bringt. Auch „Fire“ kommt ein wenig sanfter daher und könnte ein zudem Inspiration von TITO & TARANTULA erfahren haben. „That City“ übernimmt mit zartem Schwung, ehe es mit dem ruppigeren „The Cure“ auf den Dancefloor geht und „Silence“ erneut einen Gang zurückschaltet – wohlgemerkt jedoch nicht in Sachen Intensität! „What Do You Have To Sell?“ fragen ANNIE TAYLOR nicht minder facettenreich und hörenswert, bevor mit dem beschwingten „Places“ ein letztes Mal den Emotionen freien Lauf gelassen wird.
Freundschaft und Liebe sind schließlich wesentliche Themen auf „Out of Scale“, doch ANNIE TAYLOR haben auch Ecken und Kanten, was in Gänze für einen abwechslungsreichen, aber nicht beliebigen Sound sorgt, der für fast jede Stimmung was in petto hat und vor allem für gute Laune und wippende Füße sorgt. Und wer sich immer noch fragt, was es denn jetzt mit dem Bandnamen auf sich hat: Annie Edson Taylor war eine Lehrerin aus den USA, die ein unruhiges Leben führte und aneckte. 1901 stürzte sie sich als erster Mensch in einem Fass die Niagarafälle hinunter. Verletzt war sie nur am Hinterkopf. In diesem Sinne: traut euch immer, euer Ding zu machen!

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