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ANONYMOUS DREAM - Brilliant & Dangerous

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Artist ANONYMOUS DREAM
Title Brilliant & Dangerous
Homepage ANONYMOUS DREAM
Label EIGENPRODUKTION
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Das Märchen von ANONYMOUS DREAM: Es waren einmal in Hannover ein Metaller und ein 80er-Jahre-Synthiepopper namens Gerry und Rette, die irgendwann im Jahre 1996 beschlossen, mit einem selbst zusammengeschraubten Computer und passender Software ließe sich prima technoide Musik machen. Allerdings beschlossen sie recht bald, sich doch dabei lieber auf das klassische Songwriting zu stützen. Die ersten Ergüsse, betitelt mit „Behind the Planets“, brachten weder große Fanbasis noch Weltruhm, also versuchten Rette und Gerry es weiter. Für die beiden stand fest: was noch fehlte, war eine charismatische Stimme. Der Haken bei der Sache war, dass weder Rette noch Gerry diese besaßen. Nach dem Entschluss, das Beste daraus zu machen, ging es zu einem Gesangsworkshop. Mit dem Ergebnis, dass Ma10, der Workshopleiter, den Sangesposten von ANONYMOUS DREAM übernahm. Somit zum Trio gewachsen, werkelte man mit neuer Schaffeskraft drauflos und ließ das Album „Brilliant & Dangerous“ auf die Menschen und deren CD-Player los.

Nun braucht ein gutes Märchen natürlich auch die Konfrontation mit dem Bösen, vielleicht einen leichten Verzweiflungseffekt – etwas für den Spannungsbogen eben. Den braucht ein gutes Album auch. Womit wir beim Verzweiflungseffekt des Märchens wären, denn einen Spannungsbogen kennt das Album einfach nicht. Am Anfang plätschern die Songs noch in einer netten Mischung aus Synthiepop mit Tranceanleihen und dezenten Gitarrenriffs dahin, die sicherlich gut ausgebildete Stimme ist mit ihrem weinerlich-verzerrten Timbre allerdings schon gewöhnungsbedürftig. Manchmal passt es zu den Songs, manchmal überhaupt nicht. Die Mischung aus Electro und Darkwave mit den heftigen Gitarren jedenfalls, die dem Hörer vollmundig versprochen wird, ist auf „Brilliant & Dangerous“ jedenfalls nicht zu finden. Der einzige Song, auf den diese Beschreibung einigermaßen zutreffen könnte, ist „From the Source“. Ein Lied mit Potential, das es durchaus in die Clubs hätte schaffen können. Wenn da auf den stampfenden Rhythmus und die ausnahmsweise mal ordentlichen Riffs nicht wieder diese weinerliche Stimme käme, die alles wieder in die Schmonz-Ecke zurückschiebt. Der Rest ist leider so banal, dass man selbst nach mehrmaligem Hören die Lieder immer noch nicht ordentlich auseinanderhalten kann.

Was die Konfrontation mit dem Bösen betrifft: nicht einmal die gibt es. Es ist ja nicht so, dass dieses Album richtig furchtbar und grottenschlecht wäre. Aus manchen Fragmenten hätten tolle Lieder werden können, aber da ist immer irgend etwas, was nicht passt. Wo sich ein Spannungspunkt hätte ergeben können, wird er systematisch dampfwalzengleich eingeebnet. Diese Mischung aus Robert-Miles-mäßigen Klavierparts, einer pathetischen Stimme und dem Synthie-Gitarren-Konglomerat ist einfach völlig ohne Reibungspunkte. Glattgeschliffen, wie ein Meereskiesel, ohne Ecken und Kanten. Mit der traurigen Konsequenz, dass es zum einen Ohr hineingeht, und zum anderen hinaus. Ohne sich auf diesem Weg im Kopf irgendwo festzusetzen. Dankeschön, der nächste bitte!

Zu Gute halten kann man den Dreien von ANONYMOUS DREAM aber, dass man das komplette Album entweder auf der Homepage herunterladen darf, bzw. dessen Bestellung nur zum Selbstkostenpreis möglich ist. Auch das Filesharing zu nichtkommerziellen Zwecken ist deutlich erwünscht. Doch da fällt mir wieder der großmütterliche Spruch ein, welcher zwar nur bedingt zutrifft, aber hier einer gewissen Wahrheit nicht entbehrt: „Was nix kost’, das is auch nix!“ Und wenn sie nicht völlig in der Versenkung gelandet sind, dann versuchen sie ihren Durchbruch noch heute…

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