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ANTHEMON - Kadavreski

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ANTHEMON
Title Kadavreski
Homepage ANTHEMON
Label THUNDERING RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Im Jahr 1999 meldeten sich ANTHEMON erstmals musikalisch zu Wort mit ihrem Werk „Nocturnal Contemplations“. Damals schon schlugen sie mit ihrer dunklen und doomigen Musik hohe Wellen. Kurz darauf im Jahr 2000 sollte dann auch ihr erster Longplayer folgen und dieser, mit dem klangvollen Namen „Talvi“, bestätigte die Stellung und das Können der Band. Jedoch war sie nicht bereit, ihr musikalisches Konzept weiterzuführen und so änderte man das Line Up nach der Veröffentlichung von „Arcanes“. ANTHEMON wollten nicht mit in eine Klischee-Schublade geschoben werden mit dem für die Zeit typischen „Beauty and the Beast“-Gesang – schöne Frauenstimme und böses Männerorgan. Man entschied, sich nur auf Männergesang zu konzentrieren und den so fassettenreich wie möglich zu gestalten. „Dystopia“ war das Ergebnis.

Nun melden sich die Franzosen einmal mehr zurück und präsentieren sich melodischer, rockiger und düsterer denn je. Mit einem ausgefeilten lyrischen Konzept in der Hinterhand, macht sich die Band auf, den Hörer in eine surreale Welt zu führen, die von der Kunstrichtung „Cadavre Exquis“ (Der „köstliche“ Leichnam…) beeinflusst wird. Was sich jetzt vielleicht nach Leichenfledderei in schönster CANNIBAL CORPSE Manier anhört, hat im eigentlichen Sinne etwas mit Zeichnungen und Wortspielen zu tun. Indem man scheinbar unpassende und nicht zusammengehörige Elemente, seien es Texte oder Bilder, miteinander verknüpft, werden so offensichtlich konfuse Bilder erstellt. Beeinflusst von diesen Ideen schufen ANTHEMON ein Album, welches lyrisch als auch musikalisch für Überraschungen sorgen soll und auch wird. Die vier Songs bestechen durch textliche Finessen, die ich bisher nur selten gehört hab. Der erste Titel und Namensgeber der Veröffentlichung arbeitet mit total unterschiedlichen Themen wie den Konsequenzen unserer Gedanken, die Angst vor dem Unbekannten, die Erläuterung eines Tanzes bis hin zu Emotionen aller Art. Zum Schluss fügt sich alles in ein harmonisches Bild zusammen. Aber bis es soweit ist, vergehen ca. 23 Minuten. Die nächsten Stücke spielen mit Themen wie „Zeit“ und „Erinnerungen“, dem „Lauf der Dinge“ und im letzten Track mit ägyptischer Mythologie. Die musikalische Darbietung ist wie die Lyrik sehr vielschichtig und führt den Hörer quer durch Doom, Gothic, Rock, Metal bis hin zu klassischen Elementen. Etliche von euch werden jetzt bestimmt sagen, dass es solch eine musikalische Mischung auch von anderen Formationen gibt. Und da muss ich auch zustimmen, jedoch bringen diese Herren das so harmonisch zusammen, als gäbe es nichts anderes. Besonders bei „Weight of the Feather“ wird deutlich, was ich versuche auszudrücken. Hysterische Schreie, orientalische Melodien, klassische Streicher und dazu eine Vollbedienung harter Stromgitarren. Da ist Gänsehaut angesagt.

Zu der Art der Darbietung kommt auch noch eine wirklich gute Produktion. Die Instrumente sind immer klar und deutlich und gehen nie im Einheitsbrei unter. Auch der Sänger ist gut zu verstehen, so er nicht gerade auf Growls zurückgreift. Da kann ich abschließend nur sagen, es handelt sich um eine recht ungewöhnliche Publikation und ich für meinen Teil bin sehr angetan. Allerdings bin ich auch froh, keine Punktebewertung abgeben zu müssen, da dies bei einer solchen Veröffentlichung nur sehr schwer möglich wäre. Und euch, als eventuell Interessierte, kann ich nur raten einmal auf der Homepage der Franzosen vorbeizuschauen. Dort habt ihr die Möglichkeit einige Songs (darunter auch eine editierte Version von der aktuellen Scheibe) Probe zu hören.

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