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APERION - Act of Hybris

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Artist APERION
Title Act of Hybris
Homepage APERION
Label G-RECORDS
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Also erst mal kommt das schick aufgemachte DigiPack der Slowenen APERION mehr als professionell daher! Sie überlassen auch beim Sound und der Mucke nichts dem Zufall und präsentieren ein Gothic Metal-Werk von höchster musikalischer Klasse, noch dazu mit eigener Note. Das Oktett (!) tingelt seit 5 Jahren als furioser Liveact mit Tänzerinnen, Orchester oder Feuerschluckern über die Bühnen und ist nun der Meinung, reif zu sein für das Debutalbum. Reifer kann man nicht sein!

Der Sopran der hübschen Fronterin Zala Hodnik steht dem einer Tarja in nichts nach, auch instrumental hauen die Herren und Damen ordentlich rein, Metal wird hier trotz Klassik ganz groß geschrieben. Die wuchtige Produktion erfüllt locker hiesige Großlabelstandards und sämtliche Instrumente sind klar zu vernehmen, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Neben einem Violinisten hat man auch einen Cellisten und sogar eine Querflötistin im festen Line Up! Dazu gesellen sich noch Didgeridoo-Sounds und Gastsänger, was den opulenten Sound nur noch erweitert und verfeinert. OK, auf das glockenhelle Gesinge von Zala muss man schon können, für NIGHTWISH-Fans ein leichtes. Aber sie kann auch mal tiefer, un-klassisch singen („Light“), was dann ein wenig an LACUNA COIL erinnert. Der harte Metalsound steht aber zumeist im Vordergrund und bildet häufig das Gerüst des Songs. Gerade besagtes „Light“ ist ein knackiger Hit, wie er im Buche steht! Natürlich werden die klassischen Instrumente reichlich und gerne eingesetzt, aber nie zum Selbstzweck, sondern immer Songdienlich und als passende Ergänzung. Bombast-Stoff wie „Black Flies“ prescht ebenso voluminös aus den Boxen, wie der pumpende Opener „Ocean“ (leider zu kurz), das klassisch eingeleitete NIGHTWISH-Teil „Shine“ oder der Flötengeleitete Breitwandstampfer „Urma“. „Maya“ glänzt mit schönen Männergesängen, „Fairytale Mind“ weist die Band auch im akustischen Balladenterrain als Meister aus und nach dem Didgeridoo-unterstützten Kracher „Black Flies“ zockt man mit dem harten Power Metal-Burner „Fe+“, der von einer geilen klassischen Geige geführt wird im Fahrwasser von NEVERMORE (zumindest im Grundgerüst)! Dass es im eigentlich total abgegrasten und ausgelutschten Gothic Metal-Genre nochmal eine Überraschung geben würde, war nicht zu erwarten… zudem nicht von einer nahezu gänzlich unbekannten Band aus dem Osten! „Dajite“ verbindet Traditional-Sound mit Metal, „The Concept“ hat völlig abgepfiffene Flötensounds auf seinem Metalfundament und im knackigen Schlußtrack „Ü“ singt Zala nochmals mit tiefer normal-Stimme.

APERION agieren in jedem musikalischen Bereich in der ersten Liga, verbinden die verschiedensten Elemente zu flüssigen Songs und lassen den (teils brettenden Power) Metal niemals zu kurz kommen! Perfekt? Noch nicht wirklich, dafür fehlen einfach noch so ein, zwei absolute Überhits. Aber verdammt nahe dran! Wenn man bedenkt, was hiesige Genre-Leader wie NIGHTWISH, EPICA, WITHIN TEMPTATION, LACUNA COIL etc. an Ressourcen zur Verfügung haben, dann kann man die Leistung von APERION gar nicht hoch genug einschätzen! Für mich die derzeit mit Abstand frischeste und (im Genre-Rahmen) innovativste Kapelle im Gothic Metal-Bereich, die mit „Act of Hybris“ ein kleines Meisterwerk abgeliefert hat! MÜSST Ihr Euch reinziehen!

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