Band Filter

Request did not return a valid result

APOPTYGMA BERZERK - Unicorn/ Harmonizer (CD/ DVD)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist APOPTYGMA BERZERK
Title Unicorn/ Harmonizer (CD/ DVD)
Homepage APOPTYGMA BERZERK
Label WARNER
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.3/10 (3 Bewertungen)

Nach den ersten beiden erfolgreichen Single Auskopplungen aus dem HARMONIZER-Album („Suffer in Silence“ & „Until the End of the World“) machen die norwegischen Elektroniker ihren Fans ein weiteres Geschenk. Und das gleich in doppelter Ausführung, denn hier handelt es sich um eine CD/ DVD-Kombination, die zu einem sehr fairen Preis angeboten wird. Aufhänger der ganzen Sache ist der Track „Unicorn“, welcher hier gleich in 7 Versionen dargeboten wird. In seiner ursprünglichen Fassung ein erstaunlich gitarrenlastiger Song mit melancholischer Melodieführung und einem „offenen“ Refrain, der im Gegensatz zu seinen „Vorgängern“ wenig mit Futurepop zu tun hat. Und das ist gut so! Bei den Remixen werden alle möglichen Schattierungen des Stücks ausgeleuchtet. Da hätten wir 80er Anklänge von Stephans eigenem Nebenprojekt FAIRLIGHT CHILDREN, ein entgrätetes, blubberndes Minimalepos (FREEZEPOP) und Breakbeats a la PRODIGY unter den Vocals („Drugwar Rmx“). Am besten gefallen mir allerdings die Bearbeitungen von T.O.Y. sowie HOCICO. Während letztere aus „Unicorn“ einen Clubsmasher mit leicht angezerrtem Gesang und stampfenden Beats machen, geht Volker Lutz sphärisch poppig vor, was mir hier ausnehmend gut gefällt. Des weiteren befinden sich noch 4 Bonustracks auf dem Audioteil: Ein Remix von „Pikachu“, das neue „114 BPM“, eine CURE-Coverversion und eine Liveaufnahme vom Tel Aviv-Gig („Non-Stop Violence“). Während „A strange Day“ als interessantes Experiment überzeugt und die Begeisterung der israelischen Fans fühlbar wird, bleiben die anderen beiden Songs eher blass. Dennoch eine schon mehr als ordentliche EP mit über 50 Minuten Spielzeit, bei der ich lediglich die Tracklist ungeschickt finde. Da hätte man lieber die „Unicorn“-Versionen von den restlichen Liedern unterbrechen sollen, denn wer kann sich schon 7 mal dasselbe Stück anhören, egal wie gut es klingt?

Kommen wir nun zum visuellen Teil, der aus 4 Parts besteht. Da wären als erstes Aufnahmen vom AB-Gig in der Hamburger „Grossen Freiheit 36“ zu nennen, bei dem die Nordlichter beweisen, dass sie keinesfalls so kühl sind, wie ihnen immer nachgesagt wird. 6 Songs kann man hier wahlweise am Stück oder einzeln betrachten, von sehr agiler Kameraarbeit eingefangen und mit gutem Sound ausgestattet. Schade nur, dass man nicht das ganze Konzert auf die DVD gepackt hat und es somit nur einen alten Klassiker zu sehen gibt: „Kathy’s Song“, der allerdings kongenial auf der Videoleinwand eingeleitet wird. Während die Lichteffekte phänomenal ausfallen und auch genügend instrumenteller Druck ausgeübt wird, kann Groths Gesang nicht unbedingt überzeugen, aber das ist auch keine neue Weisheit. Ein richtig guter Shouter wird er nie werden, dafür hat er die Fans anderweitig im Griff. Als nächstes gilt es eine interessante Doku über die Entstehung des „Harmonizer“-Albums zu entdecken, das Kernstück dieser DVD. Wir erfahren u.a.: Dass Stephan zum Zeitpunkt der Entstehung in einem persönlichen Tief war und dennoch ein positives Werk erschaffen wollte. Dass es einfacher ist, ein Musikvideo in der Wüste von Nevada als in der eisigen Kälte Norwegens zu drehen. Dass man den bekannten amerikanischen Produzenten Alon Cohen für 6 Monate nach Europa geholt hat. Dass der Split vom alten Gitarristen gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära im Line Up war (mit Drummer). Dass die Verbindungen von der norwegischen Metal- zur Elektroszene stark sind („Angel“ von THE KOVENANT ersetzt Anders von CADAVER). Und schließlich, dass man sich auch von Terror und Krieg nicht davon abhalten ließ, in Israel aufzutreten, was eine einmalige und nicht ungefährliche Erfahrung für APOP war. Nach all diesen Infos kann man noch die drei gut gemachten Musikvideos betrachten und schließlich 2 DVD Audio Remixen von „Unicorn“ lauschen. Ach ja und vergessen wir Ronan Harris von VNV nicht, der einfach überall mit dabei sein muss. Hier erleben wir ihn als Anpeitscher von AB vor dem Hamburger Gig, der auch vor der deutschen Sprache nicht halt macht, sehr witzig unser Elektro-Tamagotchi (das ist nett gemeint!).

Die Aufzählung der einzelnen audio-visuellen Elemente dürfte es schon deutlich gemacht haben : Hier gibt es wirklich viel zu entdecken und das mit Liebe zum Detail. Für APOP-Fans bzw. Anhänger von Futurepop bis hin zu zartem Elektro Metal eine Pflichtanschaffung. Lediglich die härtere Fraktion darf sich den Gang zum Plattenladen sparen, aber das war auch von vorneherein klar. Ich bin jetzt schon auf die musikalische Ausrichtung des nächsten Longplayers aus der Grothschen Schmiede gespannt!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

APOPTYGMA BERZERK - Weitere Rezensionen

Mehr zu APOPTYGMA BERZERK