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APOPTYGMA BERZERK - You and me against the world

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Artist APOPTYGMA BERZERK
Title You and me against the world
Homepage APOPTYGMA BERZERK
Label GUN RECORDS/ SONYBMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Stephan Groth gegen die Musikwelt? Ein wenig könnte man schon annehmen, dass der umtriebige Skandinavier mal wieder bewusst mit alten Traditionen bricht und dabei die Enttäuschung der alten Fans bewusst in Kauf nimmt. Mittlerweile hat wohl jeder mitbekommen, dass APOP ins Gitarrenlager gewechselt sind, die Vorabsingle „In this together“ rotiert ja auch beinahe stündlich auf MTVIVA. Eine schöne Melodie fürwahr, doch ist das nicht eher PLACEBO light? In den Foren diskutiert man sich die Köpfe heiß. Wer nun gedacht habe, dass komplette Album würde diesen Stilwechsel etwas relativieren, wird sich getäuscht sehen. Durchgängig Electro Rock statt Electro, wenngleich ich nicht alle Tracks zur Verfügung hatte. Manch einer macht ja Anders Odden, den Rückkehrer dafür verantwortlich, aber erstens hört sich das hier nun wirklich nicht nach CADAVER an und zweitens waren AB live ja schon seit geraumer Zeit mit Gitarren am Start. Möglicherweise ist auch das Label mitverantwortlich, einer Future Pop Band auf GUN Records hätte ich jedenfalls kaum Erfolge zugetraut.

Versuch einer neutralen Beschreibung: Einige Melodielinien sind schon typisch „Grothig“ (nicht grottig!), „Love to blame“ etwa ist eigentlich eine reinrassige F Pop Hymne mit zusätzlichen Gitarren. Bei der wirklich gelungenen KIM WILDE-Coverversion „Cambodia“ scheint zudem die Vorliebe für 80er Synthetik voll durch, die man ja ansonsten im Nebenprojekt FAIRLIGHT CHILDREN auslebt. Ich bin mir fast sich, dass wir hier die nächste Single-Auskopplung vor uns haben, würde perfekt zur Label Politik passen. Weiteres Highlight: „Maze“ besitzt mit die härtesten Gitarren, die hier sogar etwas metallisch klingen. Ansonsten dominieren ähnlich klingende Midtempo Songs mit süßlichen Refrains und diversen Electronica-Untermalungen, nicht schlecht gemacht, aber auch nicht gerade stilbildend. Zudem frage ich mich, warum sich bei nur 9 Stücken auf meiner Promo gleich 2 befinden, die es gar nicht bis aufs Endprodukt geschafft haben?! Da bahnen sich wohl B-Seiten-Tracks an…

Im Grunde fällt das Fazit gar nicht so schwer aus: Wer „allein“ auf elektronische Klänge steht und APOP für ihre bisherigen Werke schätzte (besonders die letzten 2 Alben), wird sich enttäuscht abwenden und sicher genügend Ersatz finden. „Harmonizer“ war ja, wenn man ehrlich ist, in Teilen auch schon nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Wer generell nicht zu harte, ja fast poppige „Gitarrenmusik“ mag oder sich besonders für Groths Gesang begeistern kann, der wird nach etwas Eingewöhnungszeit durchaus zufrieden sein. Aber genau da liegt für mich das Problem: Jeder darf und kann sich musikalisch „weiter entwickeln“, was bleibt sind aber die – live – stimmlichen Schwächen des Sängers, die nun viel stärker zum Tragen kommen werden, da er sich nicht mehr hinter Bergen von Synthesizern verstecken kann. Im Grunde hält seine Stimme auf der Bühne den musikalischen Ambitionen nicht stand, da bin ich gespannt, wie man das Dilemma auf der anstehenden Tour lösen will. Und noch mehr gespannt bin ich auf die Zuschauerzusammensetzung bei den Konzerten, die dann schon etwas über Erfolg oder Misserfolg der ehemaligen Electro Darlings aussagen wird. Es bleibt also spannend…

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