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ÅRABROT - Norwegian Gothic

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Artist ÅRABROT
Title Norwegian Gothic
Homepage ÅRABROT
Label PELAGIC RECORDS
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Hinter ÅRABROT stecken Kjell ‚Tall Man‘ Nemes und Karin ‚Dark Diva‘ Park. Die beiden leben mit ihren beiden Kindern in einer alten Kirche im schwedischen Djura. Rock’n‘Roll ist ihre Religion, der sie auf ihrem neunten Album „Norwegian Gothic“ gemeinsam mit Lars Horntveth (JAGA JAZZIST), dem Cellisten Jo Quail, Tomas Järmyr (MOTORPSYCHO), Anders Moller (TURBONEGRO, ULVER) und Massimo Pupillo (ZU) frönen. Außerdem war an der Produktion Jaime Gomez Arellano (BLACK EYED PEAS, PARADISE LOST, HEXVESSEL, ORANSSI PAZUSU) beteiligt. Bereits seit 20 Jahren gibt es ÅRABROT, zuvor war Karin bereits als Popmusikerin erfolgreich, konnte Grammys einheimsen, schrieb ein Lied für den norwegischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest und andere Künstler, arbeitete mit LANA DEL REY und DAVID BOWIE zusammen, ehe sie in das Dorf zurückkehrte, in dem sie ihre Jugend verbracht hatte und eben die Kirche kaufte, in der sie jetzt mit ihrer Familie lebt. 2014 erkrankte Kjell an Krebs, entschied sich jedoch trotz dieser niederschmetternden Diagnose, die laufende Europa-Tour fortzusetzen und konnte zudem die Krankheit besiegen.

Es ist also eine Menge passiert in den vergangenen Jahren und deshalb überrascht es vielleicht auch nicht, dass „Norwegian Gothic“ so etwas wie eine Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre und gleichzeitig ein Ausblick in die Zukunft ist. Den Noise Rock und Black Metal, dem Kjells krächzender Gesang in den ersten Jahren zur Seite gestellt wurde, lassen ÅRABROT daher auch außen vor und zeigen sich ein bisschen zahmer, näher am Alternative, wobei das noisige Sound-Fundament immer noch unüberhörbar ist. Zu den Highlights der Platte zählen das rhythmusbetonte, geheimnisvoll wirkende „The Rule of Silence“ und das grummelnde „Feel It On“. „Hailstones For Rain“ und „The Voice“ sorgen für eine verwirrende Atmosphäre, während „Hallucinatinal“ zunächst nach zufällig aufgeschnappten Radio-Snippets klingt und sich dann zum trippigen Schmachter entwickelt. Das nachfolgende „(This Is) The Night“ verlegt sich auf punkige Gitarrenriffs, bevor mit „Impact Heavily Onto The Concrete“ abermals Störgeräusch-Spoken-Words aus den Boxen kommen, die vom massiven „Hounds of Heaven“ abgelöst werden. Hat man hier eine Ahnung von einem doomigen MARILYN MANSON, könnte für die düsteren Nummern „Deadlock“ und „The Moon Is Dead“ NICK CAVE stilistischer Ideengeber gewesen sein.

Ganz wie der Titel „Norwegian Gothic“ vermuten lässt, nehmen ÅRABROT ihre Zuhörer mit auf eine dunkle Reise, die mitunter verstörend wirkt und weit entfernt ist von unbeschwerten Sommertagen in schwedischer Bullerbü-Idylle. So ist es wohl eher Nemes‘ norwegische Melancholie, die den Songs ihren Stempel aufgedrückt hat. Eine Empfehlung für Fans von SWANS, KILLING JOKE, WOVENHAND, CHELSEA WOLFE, THE MELVINS, CAPTAIN BEEFHEART und den NINE INCE NAILS.

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