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ARCADE FIRE - The Suburbs

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Artist ARCADE FIRE
Title The Suburbs
Homepage ARCADE FIRE
Label CITY SLANG
Leserbewertung
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ARCADE FIRE lassen sich nicht hetzen, drei Jahre dürfen schon mal vergehen, bis eine neue Platte fertig ist, aber dafür darf man bei den Wahl-Kanadiern um das Ehepaar Win Butler (Gesang, Gitarre, Piano, Bass) und Régine Chassagne (Gesang, Schlagzeug, Piano, Keyboard, Akkordeon, Xylophon, Drehleier) mit exquisitem Output rechnen, der eben nicht mit der heißen Nadel gestrickt ist. Mal ganz davon abgesehen, dass der dritte Streich der 2002 gegründeten Indie-Rock-Kapelle mit 16 Songs und fast 65 Minuten Spielzeit wahrlich den Namen Longplayer verdient.

Quantität ist natürlich nicht alles, weshalb es auch die Qualität der neuen Stücke unter die Lupe zu nehmen gilt. Der eröffnende Titeltrack gefällt mit beschwingten Melodien und dem wie üblich herzzerreißendem Gesang Butlers, während „Ready To Start“ deutlich an Fahrt aufnimmt und „Modern Man“ zu einem gefühlvollen Rundumschlag ausholt. Beim verspielten „Rococo“ werden die schrammeligen Langäxte für einen Moment in den Hintergrund verbannt, ehe bei „Empty Room“ süße Geigenklänge eine wohlklingende Liaison mit temporeichen Sechssaitern und Chassagnes pointierten Vocals eingehen. Zweistimmig schließt sich „City With No Children“ an, um schließlich mit „Half Light I“ melancholische Glanzlichter zu setzen, die bei „Half Light II (No Celebration)“ druckvoll in Szene gesetzt werden, bevor „Suburbian War“ verträumt in die Ferne schweift. Selbstverständlich wird bei ARCADE FIRE nach wie vor gerockt: „Month of May“ erinnert dabei angesichts der stoischen Gitarrenriffs ein wenig an die QUEENS OF THE STONE AGE, verliert jedoch zu keinem Zeitpunkt den typischen AF-Anstrich aus Indie- und Art-Rock, der zudem noch eine Prise Folk abbekommen hat, was man auch bei „Wasted Hours“ und „Deep Blue“ unmissverständlich zu hören bekommt. Derweil fokussieren stakkatoähnliche Pianoanschläge auf die Rhythmusabteilung von „We Used To Wait“, das ansonsten mit einer ruhig agierenden Instrumentierung auskommt, die der Achter auch bei „Sprawl I (Flatland)“ beibehält, wohingegen „Sprawl II (Mountains)“ in Richtung Eighties-Disco changiert. Zum guten Schluss schlagen ARCADE FIRE mit der Continued-Fassung von „The Suburbs“ fast schon klassische Töne an, um sich dezent von ihren Zuhörern zu verabschieden, die mehr als eine Stunde mit eindringlicher Musik verwöhnt wurden.

„The Suburbs“ lässt sich nur schwer mit den beiden Vorgängern „Neon Bible“ (2007) und „Funeral“ (2004) vergleichen. ARCADE FIRE sind einfach ein bisschen ruhiger geworden, was die Songs aber keineswegs weniger hörenswert macht. Die Lieder verfügen vielmehr über eine ungemeine Intensität, die das Zuhören zu einem besonderen Vergnügen macht, auch oder vielleicht auch gerade weil es einen nicht gleich auf den Dancefloor treibt.

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