Band Filter

Request did not return a valid result

ARCHITECTS - Hollow Crown

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ARCHITECTS
Title Hollow Crown
Homepage ARCHITECTS
Label CENTURY MEDIA
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.9/10 (8 Bewertungen)

Sollte ein Genre-Highlight tatsächlich schon so früh im jungfräulichen Jahr erscheinen? Alle Zeichen deuten tatsächlich darauf hin, denn was die britischen Architekten aus eigentlich mittlerweile arg überstrapazierten Metalcore-Ingredienzien zaubern, klingt überraschend frisch, variabel, voller Energie, juvenil, dennoch abgeklärt und voller technischer Finesse!

„Ruins“ ließ schon aufhorchen, kam aber zeitlich recht ungünstig und konnte keinen Platz in des Rezensenten Playlist ergattern (Download-Only-Promos sind leider nicht völlig unschuldig an solch bedauerlicher Nichtbeachtung), aber nachdem die Jungs sich auch noch recht achtbar auf dem „Never Say Die“- Billing schlugen, konnte das Erscheinen des dritten Full-Length-Outputs gleich für gesteigertes Interesse sorgen. Und das Schöne ist: Die Erwartungen wurden übertroffen, denn auf „Hollow Crown“ gibt es alles, was den geneigten Hartgärtner in Ekstase geraten lässt. Der folgende Satz klingt natürlich wieder einmal völlig klischeehaft, nichtsdestotrotz ist er unumgänglich: Hier wird gleichzeitig Zuckerbrot und Peitsche ausgeteilt, der in einem Moment für gesteigerte Nackenschmerzen sorgt, um den Zuhörer anschließend süßen Honig um das Maul zu schmieren. Lässt der Opener und die erste Single „Early Grace“ noch ein MESHUGGAH-Gedenk-Riff und treibenden Mathematiker-Core auf die Menschheit los, begeistern Songs wie „In Elegance“, „Follow the Water“ (inklusive Stadion-Shouts!) und „Dead March“ mit ausgefeilten Riffs, Gesangslinien, von denen zwei Drittel der seelenlosen Riffschrauber nur träumen können (überhaupt hinterlässt Schreihals und Frontderwisch Sam einen verdammt guten Eindruck! Ebenso wie die Rhythmusfraktion um die Zwillingsbrüder Searle…) und leichten, dezent, in den Hintergrund gemischten Drum and Bass-Beats. „Left with a last minute“ könnte fast als SHAI HULUD-Breakdown-Emo bezeichnet werden, der Titelsong führt diesen Gedanken ins Extreme und wartet als lupenreine Midtempo-Emo-Nummer auf, die schwarzhaarigen US-Kids die Tränen in die Augen treiben sollten. Überhaupt geben sich die ARCHITECTS zu keinem Zeitpunkt als britische Band zu erkennen. US of A? Sischer dat! Skandinavien? Maybe? Aber GB? No way!

Die gelungene Produktion trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei (auch wenn dem Sound wieder einmal mehr Platz zum Atmen eingeräumt hätte werden können) und voilà: Wurde ich doch wieder einmal Lügen gestraft! Ließ ich letztes Jahr noch verlauten, dass nach ALL SHALL PERISH und ALL THAT REMAINS nichts mehr kommen kann, verpassen die ARCHITECTS dem Metalcore einen formidablen Arschtritt! Hater werden es wahrscheinlich weiterhin unausgesprochen trendy und untrue finden, aber wer die Augen vor der präsentierten musikalischen Klasse verschließt, wird wahrscheinlich „Chinese Democracy“ für ein Jahrhundert-Album halten und der letzten METALLICA einen formidablen Sound attestieren… Go Figure!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ARCHITECTS - Weitere Rezensionen

Mehr zu ARCHITECTS