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ARCHIVE - With Us Until You’re Dead

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Artist ARCHIVE
Title With Us Until You’re Dead
Homepage ARCHIVE
Label COOPERATIVE MUSIC
Leserbewertung
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5.4/10 (34 Bewertungen)

ARCHIVE waren meine persönliche Live-Entdeckung beim Hurricane 2010 und umso mehr freut es mich, dass es von den britischen Trip-Hop/ Post-Rockern jetzt neue Konservenkost gibt, die im Herbst mit einer Tour verbunden sein wird. 1994 von Darius Keeler und Danny Griffiths gegründet, machen ARCHIVE nahezu in Fußballmannschaftsstärke Musik, die unter die Haut geht. War man anfänglich stark von MASSIVE ATTACK beeinflusst, fanden immer stärker auch Rap- und Alternative-Rock-Elemente Eingang in den Sound zwischen Melodie und Noise, der jetzt mit „With Us Until You’re Dead“ seine Fortsetzung findet.

Den Anfang macht das schwebende „Wiped Out“, das mit reduzierter Instrumentierung eine hypnotische Stimmung aufbaut und langsam Fahrt aufnimmt. Was beginnt, ist eine verstörende Achterbahnfahrt, die ihre Fortsetzung im spacigen „Interlace“ findet. Schwurbelige Trip-Hop- und Rock-Elemente treffen auf elfengleichen Gesang (der übrigens männlichen Ursprungs ist, außerdem agieren bei ARCHIVE gleich vier Bandmitglieder abwechselnd oder gemeinsam an den Mikros), bevor mit „Stick Me In My Heart“ epische Klänge auf dem Programm stehen, wie man sie vielleicht auch von PINK FLOYD erwartet hätte. „Conflict“ macht hingegen Tempo und bedient sich musikalischer Versatzstücke aus dem House- und Electro-Sujet, während sich „Violently“ mit seinen orchestralen Ansätzen und dem souligen weiblichen Gesang als Soundtrack zum neuen Bond-Film gut machte, bewiese man bei den Blockbuster-Machern ein wenig Mut in Sachen musikalischer Untermalung. „Calm“ heißt die nächste Nummer, die ihrem Titel absolut entspricht und in gleichmütiger Gelassenheit auf Vocals verzichtet, stattdessen nur ein paar geflüsterte Satzfetzen durch die Boxen wabern und den monotonen Electrobeat langsam anschwellen lässt, bevor sich dieser im kongenialen „Silent“ ergießt. Diesem hypnotischen Song kann man sich einfach nicht entziehen und ich hoffe, dass er sich auch auf der Live-Setlist wiederfindet. Die herzschlagähnliche Strukturen von „Twisting“ kooperieren perfekt mit dem dargebotenen rauen Gesang und gewinnen immer mehr an Intensität – eine Eigenschaft, die programmatisch ist für ARCHIVE und sich auch im zarten „Thing Going Down“ wiederfindet. Allmählich drängen die Streicher stärker nach vorn, die bei beim flotten „Hatchet“ von allerlei Elektro-Plingpling und grummelnden Gitarren abgelöst werden. „Damage“ bleibt derweil insgesamt leiser, getragener, um schließlich in bester Trip-Hop-Manier in die Vollen zu gehen und den Weg für das finale „Rise“ zu ebnen, das geradezu folkige Momente hat.

ARCHIVE haben mit „With Us Until You’re Dead” einmal mehr ihr ganz eigenes musikalisches Universum geschaffen. Diese Band auf ein Genre festzulegen ist unmöglich und auch gar nicht nötig oder gar gewollt. De facto ist das neue Album nichts, was man mit halbem Ohr beim Bügeln oder Fenster putzen hört. ARCHIVE wollen die volle Aufmerksamkeit ihrer Hörer und die haben sie auch verdient!

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