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ARCTIC MONKEYS - Humbug

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Artist ARCTIC MONKEYS
Title Humbug
Label DOMINO
Leserbewertung
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8.0/10 (5 Bewertungen)

Zwei Jahre nach dem Album „Favourite Worst Nightmare“ wurde es eindeutig Zeit für eine neue ARCTIC-MONKEYS-Platte. Nicht nur, dass die Fans dringend auf ein Lebenszeichnen des Vierers warteten, die Herrschaften aus Sheffield hatten eindeutig auch zu viel Zeit, die Matt (Drums) damit verbrachte, seltsame Extremsportarten mithilfe selbstgebauter Wasserfahrzeugprototypen zu entwickeln und mit SEAN COMPS aka P. DIDDY das experimentelle Hip-Hop-Label „Good Boy Entertainment“ zu gründen. Gitarrist Jamie versuchte sich derweil als Weltenbummler und entdeckte im Regenwald südlich der Sahara ein bis dato unbekanntes Gewürz, während er im Herzen Boliviens auf neue Arten des Großen Ameisenbärs stieß. Dass Nick (Bass) zwischenzeitlich eine Obsession für Reißverschlüsse entwickelte (von der er glücklicherweise geheilt werden konnte), spricht Bände. Da wundert es auch gar nicht mehr, dass Sänger und Gitarrist Alex elf inaktive Londoner U-Bahnstationen gekauft hat. Die Jungs mussten wieder an die Arbeit und wurden dafür in die Wüste geschickt.

Genauer gesagt nach Joshua Tree in Kalifornien, wo Josh Homme (QUEENS OF THE STONE AGE) ein Studio unterhält, in dem sieben der zehn neuen Songs produziert wurden. Nun sind die Indie-Rocker nicht zu Stonern mutiert, aber die erfolgreichen Youngsters sind erwachsen geworden und rocken nicht mehr einfach zügellos drauflos. Das wird bereits beim Opener „My Propeller“ deutlich, der allerdings wie „Secret Door“ und „Cornerstone“ in Brooklyn in der bewährten Obhut von James Ford eingespielt wurden. Auch diese Songs bestechen ausnahmslos mit ausgeklügeltem Songwriting, abwechslungsreicher Instrumentierung und großen Melodien. Die Vorabsingle „Crying Ligthning“ zeigt hingegen deutlich Hommes Einflüsse, die sich in tiefen Bassläufen, krachenden Drums und fetten Gitarrenriffs niederschlagen. Dass sich das Ganze nicht im Desert Rock verliert, liegt zweifellos an Alex’ prägnanter Stimme, die auch dem frickeligem „Dangerous Animals“ zu einem psychedelischen Anstrich verhilft. „Potion Approaching“ ist wieder näher am 2006er Debüt „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not”, bringt auf halber Strecke jedoch auch staubige Wüstenluft mit ins Spiel. Dazu passt „Fire In The Thud“ mit dahingehauchtem Gesang (übrigens mit Alison Mosshart von den KILLS und THE DEAD WEATHER am Gast-Mikro), jaulenden Langäxten und stoischen Drums in Slow Motion bestens und auch „Dance Little Liar“ spielt lieber mit reduzierter Schlagzahl, während psychedelische Anklänge durch den Song huschen. Bei „Pretty Visitors“ geben die arktischen Affen wieder Gas und sorgen mit zahlreichen Rhythmuswechseln für Aufregung, bevor „The Jeweller’s Hands“ ein letztes Mal für Seventies-Orgelsounds und Singsang-Gitarren sorgt.

Wie sagte Jamie dem Rolling Stone so schön: „Du kannst nicht in der Wüste aufnehmen, ohne von ihr beeinflusst zu werden.“. Im Fall der ARCTIC MONKEYS können wir beruhigt feststellen, dass die Wüste lebt und ein kreativer Quell für das Quartett war. Die Aufnahmen in New York wurden wohl eher vom Nachtleben im Big Apple geprägt, wodurch ein reizvoller Kontrast entstanden ist.

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