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ARCTIC MONKEYS - Suck It And See

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Artist ARCTIC MONKEYS
Title Suck It And See
Label DOMINO
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Die ARCTIC MONKEYS gehören zu den Bands, die einen wesentlichen Teil ihrer Popularität dem Internet verdanken. So gelang es den Briten ganz ohne Plattenvertrag, Stadien zu füllen, nur indem sie ihre Musik kostenlos über die bandeigene Homepage unter die Leute brachten. Die Qualität der Songs war dabei natürlich ein ganz wesentlicher Faktor und so spielten sich die Vier in den letzten neun Jahren mit drei Alben in die Herzen unzähliger Indierock-Fans. Inzwischen ist die vierte Langrille „Suck It And See“ in den Läden und dürfte dazu beitragen, dass die Anhängerschaft weiter wächst.

Beim letzten Longplayer „Humbug“, der 2009 erschienen ist, waren die ARCTIC MONKEYS für die Aufnahmen in ein Studio in der Wüste gegangen, was man dem Sound durchaus anhört. Kein Wunder, wenn auch noch Josh Homme (QUEENS OF THE STONE AGE) der Studio-Eigner ist. Beim jüngsten Output nutzten die Jungs die Gunst der Stunde und entflohen dem nordenglischen Winter erneut Richtung Kalifornien, wo sie für fünf Wochen die Sound City Studios in Los Angeles enterten. Auch hier blieben die äußeren Einflüsse nicht unverarbeitet, weshalb „Suck It And See“ sommerliches Pop-Feeling und den typischen Feelgood-Sound der kalifornischer Wintersonne verbreitet. Man könnte auch sagen: Britpop trifft auf Westcoast-Attitüde – ganz so wie im Opener „She’s Thunderstorms“ zu hören. Auch das folgende „Black Treacle“ bedient sich gut gelaunt entsprechender Elemente, wobei insbesondere die Gitarrenarbeit zu gefallen weiß. Mit „Brick By Brick“ lassen es die arktischen Affen ordentlich krachen und präsentieren Drummer Matt Helders erstmals als Sänger, ehe diesen Job wieder Alex Turner übernimmt, der zu den Sixties-Beats von „The Hellcat Spangled Shalalala“ leise Töne anschlägt, bevor die Vorabsingle „Don’t Sit Down ‚Cause I’ve Moved Your Chair“ als cooler Stomper um die Ecke kommt. So ganz scheinen die Herrschaften ihre Desert-Rock-Sessions also noch nicht vergessen zu haben und auch mit dem treibenden „Library Pictures“ wird munter mit einer guten Portion Prog und Stoner nach vorn gerockt. „All My Own Stunts“ lässt es derweil ein wenig ruhiger angehen, wobei auch hier wieder die Langäxte besonders herausstechen. Dafür hat Bassist Nick O’Malley seine große Stunde bei „Reckless Serenade“, das erneut mit Sixties-Beats um die Ecke kommt. Das hymnische „Piledriver Waltz“ ist eine überarbeitete Neuauflage aus Turners Soundtrack zum Richard-Ayoade-Film „Submarine“ und „Love Is A Laserquest“ ein nachdenklicher Song über die Freizeitbeschäftigungen des 21. Jahrhunderts. Softdrink-Referenzen gibt’s beim eingängigen Titeltrack „Suck It And See“, wobei das angesprochene „Dandelion & Burdock“ ein seltenes Brausegetränk ist, das es wohl nur in England gibt. „That’s Where You’re Wrong“ heißt es beim abschließenden zwölften Song der Langrille. Die ARCTIC MONKEYS beweisen hier noch einmal ihr Händchen für einschmeichelnde Melodien und famose Hooklines, dann war’s das auch schon wieder nach insgesamt 40 kurzweiligen Minuten Spielzeit.

„Suck It And See“ ist abwechslungsreich und absolut stimmig ausgefallen. Entsprechend dem Albumtitel, der übersetzt soviel wie „probieren geht über studieren“ bedeutet, hat sich das Quartett von den verschiedensten Quellen inspirieren und vielschichtige Eindrücke in die Musik einfließen lassen. Gleichzeitig sind sie sich aber durchaus treu geblieben, weshalb die Fans sich auf spannendes neues Material aus Sheffield freuen dürfen.

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