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ARCTIC MONKEYS - Whatever people say I am, that’s what I’m not

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Artist ARCTIC MONKEYS
Title Whatever people say I am, that’s what I’m not
Label DOMINO RECORDS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Okay, ich gebe mich geschlagen. Wochenlang habe ich mich gegen den Hype gestellt. „Viel Lärm um Nichts“ war mein Resümee nach der erste Single „I bet you look good on the dancefloor“, wovon ich auch jetzt noch nicht abweichen will – für mich haben die Jungs einfach den falschen Teaser ausgewählt. Und nun das komplett Album und Mist, ja, das geht ab wie Schmitz Katze. Die vier Jungs aus Sheffield präsentieren dabei vor allem eins: Dreckige Coolness. Jedes gesungene Wort, jede gespielte Note der 18 bis 20-jährigen ist eine geballte Mischung aus Lässigkeit und Größenwahn. Wer diese auch hervorragend von MANDO DIAO gepflegte Attitüde mag, wird die Äffchen lieben.

Zum Einstieg „The view from the afternoon“ – zack, mal eben hingerotzt. Nach 2:20 Minuten dann voll die DJ-Falle – ätsch – reingefallen, geht noch weiter… Über die sich anschließende erste Single „I bet you look good on the dancefloor“ habe ich mich ja schon an anderer Stelle ausgelassen. Gehetzt und nervig, ein Eindruck der sich für mich durch die derzeitige Radio-Dauerrotation nur noch verstärkt. Aber wer bei „Fake tales of san francisco“ oder spätestens „Dancing shoes“ nicht ausflippt und mit der Luftgitarre auf dem Sofa rumhüpft, ist selber schuld. Da ich mich ja schon der herannahenden Altersdemenz stellen muss, bin ich natürlich mit einem Songtitel wie „You probably couldn’t see for the lights but you were staring straight at me” überfordert. Inhaltlich das gleiche Manko wie bei der Single – zuviel Text in zu kurzer Zeit, manchmal ist weniger eben mehr, so wie bei „Still take you home“: „Wowowow, dadadada“ singen die Jungs da – super, so einfach geht Garagenrock, da muss ich einfach mitgrölen. Mit „Riot van“ schlägt man dann sogar smoothe Töne an, klappt auch, können andere aber besser. Los weiterrocken! Aber „Red light indicates doors are secured“ und „Mardy bum“ sind sicherlich sehr catchy, im Vergleich zum Rest jedoch eher Kindergeburtstag. Der findet dann aber zum Glück sein jähes Ende mit „Perhaps vampires is a bit strong but…“ mit einem herrlich bösen Instrumental-Outro. Bei der nächsten Single „When the sun goes down“ hat man dann bereits genug gehört, um zu wissen, nach der netten Einleitung muss doch gleich wieder die Party beginnen – und man wird nicht enttäuscht. „From the ritz to the rubble“ bringt nichts Neues mehr und mit „A certain romance“ tröpfelt die Scheibe nach einem geilen Intro im Midtempo aus.

Warum ich dieses Album mag? Weil es bei mir genau die Stimmung geweckt hat, die ich im gleichen Alter wie die Jungs hatte. Nach dem Abi, als noch nicht viele Entscheidungen des Lebens gefallen waren, als ich noch Sangria aus Tetra-Packs saufen konnte und am nächsten Morgen nicht mal krank war, als ich mir noch keine Gedanken um Cellulite und die Abschaffung der Eigenheimzulage machen musste. Geile Zeit – Leute genießt sie!

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