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ARTEFACT - Son of Solstice

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Artist ARTEFACT
Title Son of Solstice
Homepage ARTEFACT
Label TWO FAT MEN/ HARDEBARAN
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Dass Nizza nicht unbedingt ein dunkler Hort des Schreckens ist, dürfte allgemein bekannt sein. Um so schwieriger ist natürlich der Aufbau einer Extrem Metal Band, was die beiden Gitarristen Guillaume und Pascal auch leidvoll feststellen mussten. 2000 erschufen sie die Formation ARTEFACT und legten auch gleich ein Demo-Tape vor, welches allerdings keine große Verbreitung erfuhr. Nach ein paar Line Up Wechseln und einem weiteren Demo 2002 erreichte man ein Jahr später Quartett-Stärke und nahm vorliegendes Debüt-Album auf. Durch gute Presse wachgerüttelt konnte man Adipocere und Hardebaran als Vertriebspartner für ihr Heimatland und das restliche Europa gewinnen, leider wurde kein neues Cover spendiert. Das schaut nämlich mit dem im Vordergrund postierten Ringgeist für Arme etwas peinlich aus, was aber keinesfalls etwas über die Musik aussagt.

Musikalisch gibt man sich äußerst abwechslungsreich, wozu besonders die Gitarrenarbeit ihr Scherflein beiträgt. Der Gesang deutet zwar zunächst in Richtung Black Metal, aber es wird schnell deutlich, dass man sich keine Grenzen auferlegt hat, zumal die Vocals sowieso teilweise minutenlang aussetzen. So beinhaltet der Opener „Menhir“ nach aggressivem Beginn typische MAIDEN-Riffs aber auch fast Flamenco-artige Akustikgitarren. „Antares – Son of Solstice“ folgt mit stark progressiven Gitarrenparts, welche im weiteren Verlauf sogar ein ausgeprägtes Faible für Klassik offenbaren. Ebenso gibt es hier und da ein paar thrashige Läufe auf die Ohren. Es ist offensichtlich, dass die beiden Band-Gründer (eben die Gitarristen) das Heft fest in der Hand halten und ihre spieltechnischen Fähigkeiten zur Schau stellen wollen. Das bedeutet nicht, dass hier zum reinen Selbstzweck gedaddelt wird, aber hin und wieder wirken die recht langen Kompositionen etwas überladen, und man weiß nicht so recht, wo es hin gehen soll. Will man nun aggressiv, progressiv oder atmosphärisch klingen? Sicherlich gibt es auch gelungene Beispiele dafür, diese Elemente miteinander zu verknüpfen, aber ARTEFACT schaffen dies nicht immer. Ist ja auch kein Wunder bei einem Debüt, welches teilweise sogar die alten Demosongs in aufgemöbelten Versionen enthält.

Eine Scheibe, die als erstes Lebenszeichen ein ordentliches Statement abgibt und in vielen Punkten bereits recht professionell klingt. Wenn man bei den Arrangements demnächst noch ein wenig zielgerichteter vorgeht und auch einfach mal ohne Rücksicht auf Verluste Härte demonstriert, kann man sicher bald zur Spitzengruppe des Landes aufschließen. „Son of Solstice“ sollten Anhänger guter Gitarrenkunst, denen es vor Growls nicht grault, ruhig schon mal antesten.

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