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ARTIFICIAL WISH - Subconscious

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ARTIFICIAL WISH
Title Subconscious
Homepage ARTIFICIAL WISH
Label AUDIOGLOBE
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Aus der Auflösung zweier italienischer Untergrundkapellen heraus gründen sich ARTIFICIAL WISH bereits im Jahre 2006 und melden sich mehrere Monate später mit der ersten EP. Erst 2009 geben sie wieder einen Laut von sich, beginnen die Aufnahmen zum ersten Album, das schon Ende 2010 im Kasten ist, aber erst Anfang dieses noch jungen Jahres offiziell erscheint. Wie werden die Südländer die großzügig gewählten Auszeiten zwischen den bisherigen Ereignissen der eigenen Historie genutzt haben? Sture Untätigkeit, verzweifelte Geldbeschaffungsmaßnahmen, Berlusconische Freudenorgien? Etwas Fortschrittliches hätte es sein können, sein sollen, doch ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob sich dergleichen in „Subconscious“ als Ergebnis des jüngsten Schaffens ernsthaft manifestiert hat.

Gar nicht geht beispielsweise schon das als, naja, so eine Art „Grusel“-Comic gestaltete Cover, bei dessen Anblick vielleicht ein Fünfjähriger noch erschrocken aufs Laken pinkelt, das, obgleich der detaillierten Ausarbeitung, in der und ganz bestimmt auch in keiner ähnlichen Form etwas im Bereich dieser Scheibe zu suchen hat. Als bloße Karikatur könnte man das durchgehen lassen, doch als solche wollen die Südeuropäer mit großer Sicherheit nicht gelten. Dafür stecken sie zu viel in ihre light-Version des Metalcores, die sich über eine knappe halbe Stunde recht kumpelhaft zu der hier zelebrierten neuamerikanischen Rock-Tradition verhält. Ein Paradebeispiel für die Bedeutung dieser Beziehung schickt man mit „Spin“ gleich vorneweg: melodisches Alterna-Geriffe im Hartschalenkoffer, verrauchter Gesang im cleanen Refrain, einprägsam bis in die letzte Ecke. Einen Schulterklopfer erntet die Produktion, die genauso pumpt, wie es der bescheidene Mix benötigt. Tatsächlich scheint den Debütanten der schlicht gehaltene Kosmos zu genügen, immerhin wird innerhalb seiner Grenzen eine solide halbe Stunde zwischen poppigem Core („Infected thoughts“ hier ganz vorne) und Staaten-Groove gefüllt. Die den Gesang kontrastierenden Shout-Einschübe sind leider eher mittelprächtig und nicht unbedingt notwendig, finden im seichteren „One“ aber zumindest einen kurzen Dämpfer, dessen Rolle im weiteren Verlauf der Platte jedoch auch nicht über zu bewerten ist. Es bleibt eben doch eine auf kompaktes, störfrei konsumierbares Liedgut fokussierte Scheibe, und die lässt mit dem Approach der Italiener verschwindend geringen Freiraum.

ARTIFICIAL WISH können sich in dem Bereich sicherlich mit anderen Charakteren messen lassen, gewissermaßen authentisch (lassen wir das Artwork mal außen vor…) darf sich das nicht zu breitschultrige „Subconscious“ zugestehen, und schlechter als die Exponate aus dem US-Amerikanischen Kern ihres Metiers sind sie keinesfalls. Nur besser sind sie genauso wenig.

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