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AS I LAY DYING - The Powerless Rise

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Artist AS I LAY DYING
Title The Powerless Rise
Homepage AS I LAY DYING
Label METAL BLADE
Leserbewertung
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7.8/10 (15 Bewertungen)

Drei Jahre hat „An Ocean between us“ inzwischen auf dem Buckel, kein Wunder, dass es für den San Diego Fünfer Zeit wird, neues Liedgut zu releasen. „The Powerless Rise“ heißt AS I LAY DYINGs sechster Streich. Elf Tracks mit 45 Minuten Spielzeit sprechen für sich und warten darauf, von mir besprochen zu werden.

Die Messlatte liegt hoch, stieg „An Ocean between us“ doch auf Platz 24 der deutschen Album Charts ein. Außerdem gab es auf der Platte auch noch einen Track namens „Nothing left“, der eine Grammy Nominierung einheimste. Jetzt ist aber drei Jahre später und man wird hören, ob man an alte Erfolge anschließen kann. Ohne vorheriges Geplänkel starten die fünf Herren dann auch direkt voll durch und lassen den deathcorelastigen Track „Beyond our Suffering“ auf den Zuhörer los. Melodien vom feinsten und Solos der Weltklasse wechseln sich mit monströsem Riffing ab. Tim Lambesis vertont das Ganze gewohnt brutal mit seiner unverkennbaren Stimme. Im zweiten Track, „Anodyne Sea“ wird Mister Lambesis von seinem Bassisten Josh Gilbert gesanglich unterstützt. Zum Teil thrashige Passagen fließen bei „Without Conclusion“ ins Songwriting mit ein. Keine Frage: Auch das oldschoolige Riffing steht den Herren sehr gut und Nick Hipa an der Gitarre zaubert wirklich grandiose und vor allem schnelle Solos aus seinen sechs Saiten. Generell muss man konstatieren, dass sich das Songwriting ein gutes Stück weit verändert hat. Klar sind AILD typische Elemente immer noch vorhanden, aber neues kommt hinzu und man improvisiert ein wenig. Wird wohl daran liegen, dass Josh Gilbert in den Entstehungsprozess involviert wurde und seinen Senf zu den Kompositionen geben durfte. Deutlich wird das zum Beispiel bei „Parallels“, das gerade im Refrain ein wenig nach KILLSWITCH ENGAGE in früheren Jahren klingt. Dennoch ziehe ich meinen Hut vor dem Metalcore Fünfer. In nicht einmal 10 Jahre Bandgeschichte sechs so großartige Platten und eine DVD zu veröffentlichen, das muss ihnen erstmal jemand nachmachen. „The Powerless Rise“ ist alles, nur nicht kraftlos, sondern eher der nächste Schritt, den Stil zu perfektionieren.

Diese Scheibe hat alles, was ein gutes Metalcore Album ausmacht. Eingängige Melodien, fiese Shouts, temporeiches und fettes Riffing, halt eben alles, was das Herz begehrt. War ich anfangs noch enttäuscht vom neuen Longplayer der Jungs, bin ich inzwischen wirklich vollends begeistert. Wer die alten AILD Sachen mochte, wird auch 2010 nicht enttäuscht werden.
Philipp Prüßmeier

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AS I LAY DYING sind ja mittlerweile schon ne ganz große Nummer im Nu-Bereich und man muss „gestehen“, dass man sich mit den letzten beiden Werken von eben jenem Bereich einen großen Schritt entfernt hat und mehr Metal denn je ist. Pfeilschneller melodischer Thrash Metal wird mittlerweile gezockt und an der Güte können sich einige reinrassige Metalcombos mal noch was abgucken. Lediglich der cleane melodic-Gesang erinnert noch an NuCore-Gedöns und passt eigentlich nicht mehr so recht zum Knüppelsound der Herren.

Prügelt der Opener „Beyond Our Suffering“ noch ohne Vorwarnung gnadenlos über den Hörer hinweg, so arrangiert man den Hit „Anodyne Sea“ schon vielschichtiger und vor allem wegen der Gesänge Metalcore-iger. „Without Conclusion“ dagegen blastet volles Mett Death Metallisch alles vom Teller und markiert wohl den härtesten Track der Bandgeschichte so far. Deathig geht’s auch in „The Plague“ zu, hier growlt Tim gar mal recht fies im Keller rum. Man hat also seinen Sound um ein Härtegrad erweitert, was sicherlich gut gegen die Genre-Bekannte Stagnationskrankheit ist, dabei aber auch die melodischen Parts noch verfeinert. Der Spagat zwischen Gebrette und extrem Mitsingtauglichen Parts gelingt formidabel, das klingt alles noch runder und abwechslungsreicher als in der Vergangenheit. Und dennoch weist man nicht die nachhaltige Hitdichte der letzten beiden Alben auf. Produktionstechnisch kann man nichts bemängeln, da hat man einfach ein Level erreicht, wo man nichts mehr anbrennen lässt. Ich würde sagen, man hat sich nicht verbessert zum Vorgängerwerk und stagniert somit langsam auf einem hohen Level. Pit-Granaten wie „Condemned“ schreddern zwar alles vom Teller und auch die geilen Soli sind auf der ganzen Scheibe Extrasahne, dennoch fehlt der eine zwingende Kick, der die Scheibe herausragen lassen würde.

Genre- und Band-Fans können sich amtlich die Rübe abschrauben lassen, zur Champions League reicht’s allerdings (noch) nicht.
MOSES

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