Band Filter

ASAF AVIDAN - Gold Shadow

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ASAF AVIDAN
Title Gold Shadow
Homepage ASAF AVIDAN
Label POLYDOR
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.3/10 (3 Bewertungen)

Wer ASAF AVIDAN zum ersten Mal hört und dabei kein Bild des Künstlers vor Augen hat, wird sich unweigerlich fragen, ob er da nun einem Mann oder einer Frau zuhört. Nun, es handelt sich bei dem Israeli natürlich um einen Kerl, der eine einfach außergewöhnliche Stimme hat. Die gibt es jetzt auf „Gold Shadow“, dem zweiten Soloalbum des 35-jährigen, mit zwölf neuen Songs zu hören.

Drei Jahre nach „Different Pulses“ erhebt ASAF AVIDAN sein ganz spezielles Organ für ein Klagelied, das eine Beziehung zu Grabe trägt, noch bevor diese überhaupt zu Ende ist. Entsprechend getragen startet der Silberling mit dem Opener „Over My Head“, worin ein gebrochenes Herz eine neue Heimat findet. „Ode To My Thalamus“ schließt sich mit groovenden Sounds an, bevor „The Jail That Sets You Free“ als knackiger Befreiungsschlag fungiert, zu dem nicht nur Claphands, sondern auch rhythmische Bewegungen angezeigt sind. Derweil schlägt das opulente „Little Parcels of An Endless Time“ erneut schwermütigere Töne an, während das filigrane „My Tunnels Are Long And Dark These Days“ in Streichern und Bläsern schwelgt. Der reduzierte Titeltrack „Gold Shadow“ legt in Sachen düsterer Dramatik mitsamt melancholischer Pianoakkorde noch einen drauf, ehe „Let’s Just Call It Fate“ langsam wieder Mut fasst und die Quetschkommode bei „These Words You Want To Hear“ gute Laune verbreitet. „A Part of This“ ist dann abermals mit großem Besteck unterwegs, wohingegen das bluesgetränkte „Bang Bang“ gemächlich aus den Boxen scheppert. ASAF AVIDAN hat sich heuer eindeutig auf die nachdenkliche Klänge fokussiert, das beweist der leise „The Labyrinth Song“ ebenso wie das finale „Fair Haired Traveller“.

Wenn JANIS JOPLIN und ROBERT PLAN jemals ein gemeinsames Kind gehabt hätten, wäre der Nachwuchs stimmlich womöglich ähnlich wie ASAF AVIDAN geraten. Der lässt sich in musikalischer Hinsicht auf „Gold Shadow“ jedoch in keine Schublade stecken und schafft es, sich mit seiner ganz eigenen Handschrift vor dem Pop der Fünfziger zu verbeugen, 30er-Jahre-Big-Band-Jazz und 2014er-Synthesizer zu verbinden und Folk-Balladen im Stil der Sixties auf echte Blues-Dramen treffen zu lassen. Die Inspirationen kommen von BING CROSBY, BILLIE HOLIDAY, HOWLIN‘ WOLF, SERGE GAINSBOURG, DINAH WASHINGTON, LEONARD COHEN, BOB DYLAN UND BOB MARLEY und doch erzählt der Mann seine ganz eigene Geschichte von der Vergänglichkeit der Liebe.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ASAF AVIDAN - Weitere Rezensionen

Mehr zu ASAF AVIDAN