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ASCENSION OF THE WATCHERS - Numinosum

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Artist ASCENSION OF THE WATCHERS
Title Numinosum
Homepage ASCENSION OF THE WATCHERS
Label 13TH PLANET RECORDS
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

“Featuring Burton C. Bell” steht groß auf der Papphülle der Promo-CD. Würde dieser Hinweis dort nicht platziert sein, könnte man die vorliegende Polycarbonat-Verschwendung auch gleich als Bonus Dreingabe bei „Time Life“ vermuten. So als Zusatz zu den großen Meditationsklassikern „Walgesänge“, „Kopulierende Kängurus“ oder „Schlafende Schmetterlinge“. Volkshochschulkurse á la „Modellieren mit Kartoffelsalat“ freuen sich bestimmt über diese hübsche Hintergrundberieselung.

Aber das Leben ist kein Ponyhof, deswegen Ernst beiseite. Was der Kopf der Angst-Fabrik hier an inspirationslosen New-Age-Ethno-Geschwurbel bietet, ist auch für aufgeschlossene Hörer über die gesamte Spielzeit nicht zu ertragen. Natürlich hat hier keiner FEAR FACTORY 2.0 erwartet, aber selbst Fans von atmosphärisch elektronischen Klängen werden die permanente Ideenlosigkeit kaum gutheißen können. Wo ORBITAL, PHOTEK oder meinetwegen auch FUTURE SOUND OF LONDON ein spannendes Konzept bieten, holen Bell und sein Mitstreiter John Bechtel nur Sounds aus der PINK FLOYD Mottenkiste. Die Soundscapes wirken bemüht und die Stimme von Burton fügt sich überhaupt nicht in das Gesamtbild ein. Schlimmer noch: Die Vocals sind schlecht. Man merkt, dass er die hohen Bereiche nicht mehr sauber treffen kann. Bei der Masse an Hall und Overlays auf der Stimme mag man gar nicht daran denken, wie das Drama live klingen mag. Als guter Sänger muss man wandlungsfähig sein, bzw. seiner Stimme der Umgebung anpassen können. Aber anscheinend kann Bell nur seinen Stiefel und deswegen klingt das Ergebnis leider so unausgegoren. Herr Bell, hören sie sich doch mal die letzten Solo-Alben von ROBERT PLANT an, da könnten sie vielleicht lernen, was es heißt entspannt zu singen und gleichzeitig einnehmend zu klingen. Bei „Violent Morning“ klappen sich mir jedenfalls die Zehennägel hoch. Und musikalischen Rat sollte er sich vielleicht von ARCHIVE holen, die machen aus den gleichen Zutaten ebenfalls spannende Musik…

Wenn man es dann noch schafft, dem SIMON AND GARFUNKEL Klassiker „Sounds of Silence“ sämtliches Testosteron zu entziehen, muss man wirklich den Hut ziehen. Diese Schluffi-Version wäre selbst BATA ILLIC nicht zuzumuten. Und um die Spielzeit noch mehr zu strecken, und den letzten Fuß in Birkenstock-Latschen einschlafen zu lassen, gibt es zum Schluss von „Quintessence“ noch 10 Minuten Plattenknistern. Großartige Idee! Hat vorher wirklich noch keiner gemacht… Und den Track um den Sound einer Lok zu stricken, der immer mehr an Fahrt gewinnt ist auch ganz großes Kino. Noch nie da gewesen. Lieber noch einmal den „Dead Man“ Soundtrack von NEIL YOUNG hören, der zieht einen noch heute in seinen Bann. Sorry, aber der Gesamteindruck klingt leider nach MySpace Home-Recording eines Rock-Musikers, der das Gedächtnis verloren hat. „…brilliantly orchestrated musical compositions“ heißt es seitens des Promo-Zettels. Irgendwo in China ist gerade ein Sack Reis umgefallen…

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