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ASCHE - The Easter Island Phenomenon

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ASCHE
Title The Easter Island Phenomenon
Homepage ASCHE
Label ANT-ZEN
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Wer sich je durch JARED DIAMONDSs 700 Seiten starkes Buch „Kollaps“ gekämpft hat, wird in einem der Kapitel über die Osterinseln gestolpert sein und hat sicherlich mehr als nur ein paar Parallelen in Bezug auf den Umgang der heutigen Gesellschaft mit den ihr zur Verfügung gestellten Ressourcen der Natur ziehen können. Was hat dies mit der neuen ASCHE-CD zu tun? Eben die Lehre, die wir aus dem Schicksal der Bevölkerung der Osterinseln ziehen könnten, besser gesagt sollten, dies aber wohl nicht tun werden, wird auf dem mir vorliegenden Silberling „The Easter Island Phenomenon“ vertont. 

Elf Tracks und sechs weitere mp3 Remixe enthält dieses Konzeptalbum und wie man an der Thematik schon ableiten kann, herrschen keine fröhlichen, hoffnungsvollen Töne auf dieser Ant-Zen-VÖ vor. Stattdessen brilliert Andreas Schramm mit düsteren und monotonen Stimmungen. Teils sind die Tracks eher sphärisch wie der Opener „Doing bad things“. Dann prasseln brutale, Industrialtypische Beatstakkatos auf den Hörer nieder und dennoch, trotz aller oberflächlich vorherrschenden Konfusion, sind die einzelnen Tracks miteinander verwoben. Es wird auf Samples gesetzt, die teils nur kurz auftauchen und der Untermalung dienen, dann aber wieder, wie z.B. bei „Something Evil“ oder dem Doppeltrack „Count suckers“ und „Dig it“ tragendes Element der Kompositionen sind. Gerade „Count suckers“ arbeitet sehr geschickt mit übereinander liegenden Soundstrukturen, die sich allesamt unterschwellig im Gehörgang festsetzen, leichte Naturklänge einer lauen Sommernacht stehen düsteren, undefinierbaren, und dadurch Beklemmung auslösenden Maschinenklängen und Samples gegenüber. Während die ersten vier Tracks allesamt instrumental sind, setzt ab „Knee chopper“ für einige Tracks verzerrter und beschwörender Gesang ein. „Neither… nor“ präsentiert sich etwas eingängiger, während die Soundkollagen von „Destroying home“ sich im Verlauf der etwas mehr als fünf Minuten immer mehr auftürmen und bedrohlicher werden.

„TEIP“ präsentiert sich als tiefgründiges und böses Kopfkino, das geschickt mit den menschlichen Stimmungen spielt und eine gute Interpretation dessen bietet, wie es mit unserer Gesellschaft weitergehen kann bzw. wird.

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