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ASH GRAY - Chickenwire

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ASH GRAY
Artist ASH GRAY
Title Chickenwire
Homepage ASH GRAY
Label LABELSHIP
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ASH GRAY wurde in Pittsburgh geboren, seine Eltern waren aus Yorkshire eingewandert. Er wuchs in Austin, der Hauptstadt der Livemusik, auf. Kein Wunder, dass er sich früh für Musik interessierte und schnell Gitarre spielen lernte. Ausgangspunkt war die vibrierende Szene der East Sixth Street, er spielte in Roots Rock Bands wie ROOSTERBILLY und THE SELF-RIGHTEOUS BROTHERS. Mit den letztgenannten reiste er Ende der 90er Jahre nach London, wo er in der aufkeimenden Alt-Country-Szene Anschluss fand. Man war häufig in England und die Band formte sich mit anglo-amerikanischer Besetzung um und nannte sich fortan THE HIGH CLASS FAMILY BUTCHERS. Ihre Coverversionen von Popsongs waren bekannt-berüchtigt und bekamen Airplay, Guerilla-Auftritte gehörten ebenso zum Programm wie ein wechselndes Line-up (mit Musikern von MENLO PARK, THE RALFE BAND oder der SETH LAKEMAN BAND).

Neben diesen Aktivitäten in England fand Ash auch Zeit, an der Westküste der USA zu touren, bis er sich schließlich für ein paar Jahre in New York niederließ. Zunächst übernahm er den Job des Gitarristen bei der legendären Biker Band THE CYCLE SLUTS FROM HELL, bevor er die 60s Retroband ASH GRAY & THE GIRLS gründete und 2012 das Album „Born In The Summer“ veröffentlichte und beim SXSW in Austin vorstellte. Ständig wechselnd zwischen New York und Austin fand er 2014 den Dreh, sein erstes Soloalbum unter dem Titel „Once I Got Burned“ aufzunehmen. Schließlich entscheidet er sich, zu seinen familiären Wurzeln nach England zurückzukehren und lässt sich in Sheffield nieder. Er taucht in die lebendige Akustik- und Americana-Szene der Stahlstadt ein und tourt durchs ganze Land, entweder solo oder mit seiner Band THE BURNERS. Seine Zeit verteilt er seit Jahren gleichermaßen auf Sheffield und Austin (und manchmal auch noch London und NYC). Seit neuestem widmet er sich auch der Städtepartnerschaft zwischen Austin und Angers in Frankreich mit wechselseitigen musikalischen Events in beiden Städten.

Oder um es kurz zu machen: ASH GRAY ist ein sehr umtriebiger Musiker, der mit „Chickenwire“ jetzt sein zweites Soloalbum in die Plattenläden bringt. Auf dem Zettel hat er stimmungsvollen Country und Bluegrass, versetzt mit leichten Psychedelia-Akzenten. Los geht’s mit schwungvollem Bluegrass, der den Namen „The Other Man“ trägt, bevor das nachfolgende „Golden Road“ sehnsuchtsvolle Pedal-Steel-Gitarrenklänge offeriert und das rhythmusbetonte „The Creek Don’t Rise“ das Blues-Herz höher schlagen lässt. „Josephine Clark“ übernimmt mit reduzierten Mitteln und auch „Sundown (Come See Me)“ gefällt mit einer feinen Instrumentierung, die alsbald in Ohr und Bein geht. Temperamentvoll schließt sich „When The Devil Comes Home“ an, während „Firefly“ mit gelungenem Fingerpicking entschleunigt und der melancholisch-wüstentrockene Titeltrack „Chickenwire“ auch auf dem neuen CALEXICO-Album bestens aufgehoben wäre. Derweil überzeugt „Life’s Pounding Adventure“ als eine weitere kratzige Bluegrass-Perle, ehe der abwechslungsreiche Reigen mit „Might Get Loud“ aufgeräumt endet.

Man fühlt sich beim Hören von „Chickenwire“, als säße man mit ASH GRAY und seinen Mitstreitern auf einer alten Holzveranda und während die Musiker so spielen, sieht man der Sonne mit einem kühlen Getränk in der Hand beim Untergehen zu. Die Songs bringen dafür die nötige Leichtigkeit mit, setzen sich aber zugleich im Hirn fest und so verlangt es einen nach den 40 Minuten Spielzeit auch danach, die Platte gleich noch mal zu hören, wenn man den Schöpfer des Ganzen schon nicht persönlich bitten kann, noch ein paar Lieder zum Besten zu geben.

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