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ASHBURY HEIGHTS - Take Cair Paramour (2-CD)

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Artist ASHBURY HEIGHTS
Title Take Cair Paramour (2-CD)
Homepage ASHBURY HEIGHTS
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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6.1/10 (9 Bewertungen)

2010 haut anscheinend eine Lieblingsband nach der anderen ihre Alben raus und ich weiß jetzt schon, dass die Top Ten Auflistung am Ende des Jahres dieses Mal ein leichtes sein wird. Nach THE BEAUTY OF GEMINA und EDGE OF DAWN sind jetzt ASHBURY HEIGHTS am Zug und veröffentlichen ihr lang ersehntes Zweitwerk „Take Cair Paramour“. Nachdem man mit der „Morning Star In A Black Car“ EP recht schnell nach dem Debüt nachgelegt hatte, musste man auf das aktuelle Werk etwas länger warten. Zunächst für 2009 angekündigt, wurde der Termin immer wieder verschoben und nach einigen Unstimmigkeiten innerhalb der Band, stieg auch noch Yasmine aus. Inzwischen hat man mit Kari Berg eine neue Sängerin am Start und außerdem wurden ASHBURY HEIGHTS noch um Keyboarder Johan Andersson erweitert.

Da ASHBURY HEIGHTS meine Bandentdeckung des Jahres 2007 waren und auch die EP bei mir großen Anklang fand, freute ich mich natürlich umso mehr auf das Zweitwerk und bin froh, es nun endlich in Händen halten zu können. Obwohl ich so meine Befürchtungen hatte, wie es mit Kari klingen würde und ob man sich dem eigenen Stil treu bleiben würde. Aber nach dem ersten Hördurchlauf war ich beruhigt. Sounds like ASHBURY HEIGHTS, wobei positiv hervorzuheben ist, dass man sich weiterentwickelt hat und erwachsen(er) geworden ist, ohne den Ursprung dabei aus den Augen zu verlieren. Die Melodien sind nach wie vor eingängig und gehen direkt in die Beine und ins Ohr, aber wirken komplexer als noch auf „Three Cheers For The Newlydeads“. Die Stimme von Frau Berg unterscheidet sich deutlich von Yasmines, gibt somit neue Impulse und auch Anders klingt erwachsener und nicht mehr ganz so knödelig wie noch auf dem Erstling. Doch – gefällt mir gut. Mit „Anti Ordinary“ wurde gleich ein passender Einstieg gefunden, der auch direkt die Richtung vorgibt: Locker flockiger Elektropop mit Beinschwinger Beat und eingängigen Refrains zum mitsingen. Besonders gefallen hier der oben erwähnte Opener, „I Can Kill You So Easily“ und „Hope“. Erste Schwächen zeigen sich bei „Shades Of Black“, welches seine Wirkung bei mir erst im Refrain entfaltet, kann da aber voll überzeugen. Und auch das folgende „The Ashes In Her Breath“ ist zwar ganz nett, aber eben nur das. Obwohl es mit einem durchaus interessanten Text aufwarten kann (die Raucher unter uns sollten mal ganz genau hinhören). Interessant wird es dann wieder bei „Night Creature“, bei dem man sich experimenteller zeigt und ein wenig aggressivere Töne anschlägt. Aber so richtig berappelt man sich gegen Ende von „Take Cair Paramour“ nicht und es hat ein wenig den Anschein, als hätte man sein Pulver gleich zu Beginn verschossen. Sowohl „Dancer’s Nocturne“ und „Kingdom Confession“ dümpeln eher so vor sich hin und lassen den Schwung vom Anfang ein wenig vermissen. Zum Glück erwacht man dann mit „Unbearable Beauty“ und „Invisible Man“ noch mal zu neuem Leben und findet einen würdigen Abschluss für „Take Cair Paramour“, welches mit 14 Stücken immerhin recht umfassend ist.

Da mir die limitierte Version vorliegt, gilt es hier noch einer zweiten CD zu lauschen, die unter anderem Remixe von „Unbearable Beauty“, „Invisible Man“ und „Shades Of Black“ so wie einen exklusiven Track, zwei Demos und einen Soundtrack Beitrag zu einem Kurzfilm enthält. Und gleich der Electro Remix von „Invisible Man“ geht direkt in die Vollen. Gefällt mir besser als die Album Version, da sie noch um einiges kraftvoller und mit mehr Druck daherkommt. Ungewohnt, aber wirklich gut, da man sich ein wenig von der poppigen Grundstimmung befreit. Ähnlich ist es auch bei „Dark Clouds Gather Over Vanity Fair“, einem Soundtrack Beitrag zu dem Kurzfilm „Deviant Skies“. Man gibt sich recht kühl und reduziert. Keine großen Spielereien in der Melodieführung sondern sehr straight elektronisch. Mit „Shades Of Black“ werde ich auch im Charriere Mix nicht richtig warm, aber so ging es mir ja schon mit „Smile“ auf „Mornigstar In A Black Car“. Mit „Sensual Nothing“ gibt es im Anschluss einen exklusiven Track auf die Ohren, der musikalisch in Ansätzen schon ein wenig in die Trance Richtung geht. Zumindest wenn man sich den Gesang wegdenkt. Irgendwie recht faszinierend, aber so ganz weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Würde ich als Instrumentalstück vielleicht besser finden. Es folgen drei Remixe von „Unbearable Beauty“, die zwar alle ganz nett sind, für mich jetzt aber nicht unbedingt hätten sein müssen. Aber lassen wir den Künstlern ihre Spielplätze, auf denen sie sich austoben können. Zum Abschluss gibt es mit „Traffic“ und „The Velvets“ noch zwei Stücke von der TCP Demo aus dem Jahre 2008 zu hören. Wobei ersteres durchaus auch auf den ersten Teil von „Take Cair Paramour“ gepasst hätte. „The Velvets“ hingegen ist ziemlich experimentell und vom Stil her völlig anders ausgefallen. Bedient man sich hier doch zum Teil an Hip Hop Elementen. Gewöhnungsbedürftig, aber nicht uninteressant dieser Stilmix.

Das war also „Take Cair Paramour“, das lang ersehnte Zweitwerk von ASHBURY HEIGHTS. Für mich jetzt nicht unbedingt eine Offenbarung und meiner Meinung nach bleibt es doch hinter dem Debüt zurück, aber dennoch gefällt es mir. Trotz des ein oder anderen Ausfalls. Vielleicht wird es nicht so oft in meinem heimischen Player rotieren wie „Three Cheers For The Newlydeads“ aber immer noch oft genug. Auf Tonträger 2 hingegen hätte ich gut und gerne verzichten können, aber heutzutage muss man dem Hörer ja was bieten, um zwischen all den anderen bestehen zu können und trotz aller möglicher Downloadportale Platten zu verkaufen, von daher geht das für mich in Ordnung.

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