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ASHES OF POMPEII - Places

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Artist ASHES OF POMPEII
Title Places
Homepage ASHES OF POMPEII
Label MIDSUMMER RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.4/10 (5 Bewertungen)

„Places“ ist bereits das dritte Studioalbum der ursprünglich aus Marburg stammenden, aber mittlerweile in Köln beheimateten ASHES OF POMPEII. Viel in der Welt herum gekommen sei man, heißt es im Infomaterial und der Titel des Albums sei auf die vielen verschiedenen Erlebnisse an diesen Orten bezogen.

Das klingt nach emotionalen Rückblicken oder Memoiren, Dinge, die viele Bands anlässlich runder Jubiläen oder ihrer eigenen Auflösung herausbringen. Und schließt man beim Hören des mit gut 32 Minuten leider sehr kurz geratenen Albums ganz fest die Augen und lässt sich in die Musik des Vierers hinein saugen, dann kann man tatsächlich anfangen, sich in eigenen Erinnerungen an vergangene Zeiten und Orte zu verlieren. Post-Hardcore ist die Ansage, also Musik, die generell eine latent melancholische Grundstimmung umgibt und die hauptsächlich von vulkanischen Gefühlsausbrüchen lebt. So auch in diesem Fall. Der erste Gedanke beim tollen Opener „Shriveling Sleep“: Yeah, eine neue SIGHTS & SOUNDS!! Nein, doch nicht, aber „Places“ weist tatsächlich an mehr als einer Stelle deutliche Ähnlichkeiten zu dem fantastischen Side-Project des COMEBACK KID-Frontmanns auf, sowohl hinsichtlich des breiten, fast sphärischen Untertons als auch in puncto Songwriting und Melodieführung. Wahrlich nicht die schlechteste Referenz für eine junge, aufstrebende Band, die es über allen Ähnlichkeiten nicht versäumt, ihrer Musik eine eigene Note zu verleihen. Da wird ordentlich geschrammelt, gegroovt und mehr als einmal bleiben tolle Bassläufe und herzzerreißende Melodien im Ohr hängen („Raised By The Wolves“). Besonders das heisere und kraftvolle Organ des Sängers Tobias Mösch weiß zu gefallen. Und so manches Mal meint man Einflüsse aus dem Math- oder Postrock-Bereich heraus zu hören, wenn die Gitarre unverwandt durch weit entfernte Galaxien flirrt.

Alles in allem ist „Places“ ein äußerst gelungenes Album, was sich grundsätzlich im Post-Hardcore verorten lässt, sich aber gleichzeitig offen für Eindrücke aus dem Alternative Rock zeigt, was sich in der Eingängigkeit so mancher Songs widerspiegelt. Damit sind ASHES OF POMPEII generell und „Places“ im Speziellen ein gefundenes Fressen für alle diejenigen unter euch, die mit den erwähnten SIGHTS & SOUNDS genau so etwas anfangen können wie mit UNJUST oder den formidablen LINGUA, falls die überhaupt noch jemand kennt. Bei mir wird das Album jedenfalls noch öfter laut aufgedreht werden.

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