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ASP - Akoasma – Horror Vacui Live (2-CD)

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Artist ASP
Title Akoasma – Horror Vacui Live (2-CD)
Homepage ASP
Label TRISOL
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

Alle ASP Fans werden jetzt sicher laut „Ja ja, dreimal Hurra“ rufen, denn anscheinend haben sich die Frankfurter das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ zu Herzen genommen und bringen nach dem Best Of „Horror Vacui“ und dem Zwischenalbum „Zaubererbruder – Der Krabat Liederzyklus“ jetzt mit „Akoasma – Horror Vacui Live“ passend zum Fest der Liebe und der Geschenke noch ein Live Best Of raus. Danach soll es dann erst mal eine wohlverdiente Pause geben, um sich in Ruhe dem nächsten regulären Studioalbum widmen zu können. Ich könnte an dieser Stelle jetzt natürlich alle Erfolge aufzählen, die man in diesem Jahr sowohl mit den Touren als auch mit den Festivalauftritten und Alben erzielen konnte, aber ich denke, dass der geneigte Hörer darüber eh informiert ist und von daher würde ich lieber kurz erklären, was „Akoasma“ eigentlich heißt. Schließlich habe ich gehört, dass lesen unter anderem auch bildet. „Akoasma“ (in der Mehrzahl „Akoasmen“) sind strukturlose akustische Halluzinationen, die bei psychischen Störungen wie zum Beispiel der Schizophrenie auftreten. Ich würde ja jetzt fast davon ausgehen, dass der Titel mit Bedacht gewählt wurde, auch wenn die Klänge auf dieser Doppel CD wohl weder strukturlos noch halluzinatorisch sind. Obwohl, wenn man an den Zyklus des „Schwarzen Schmetterlings“ denkt, klingt Schizophrenie plötzlich gar nicht mehr so abwegig (die Generation ICQ darf sich jetzt an dieser Stelle einen zwinkernden Smiley denken).

Aufgenommen wurden die 23 Titel in Frankfurt am Main, Jena, Kiel und Rostock auf der „Horror Vacui“-Tour zu Beginn des Jahres und bilden ein buntes Potpourri aus den Hits der letzten 10 Jahre. Es ist also alles dabei, was das Fanherz höher schlagen lässt. Natürlich gibt es auch von diesem Album wieder eine super-duper-spezial-limited Edition mit jeder Menge Extras für alle, die über viel Geld oder einen hohen Dispo verfügen, aber ich gebe mich mal mit der Standardausgabe zufrieden. Gestartet wird passender Weise mit „Intro/ Welcome“ vom „Weltunter“ Album und durch den Applaus und das Gejohle kommt sofort Livestimmung in meiner Wohnung auf und ich erinnere mich an mein erstes ASP Konzert auf dem Mera Luna 2004. Ja ja, besser spät als nie. Mit „How far would you go“ und „Sanctus Benedictus“ befinden sich auf dem ersten Silberling nur zwei neuere Stücke, ansonsten hält man sich überwiegend an die Alben „Hast du mich vermisst“, „Duett“ und „Weltunter“. Und immer wieder fällt auf, dass Herr Spreng auch live ausnehmend gut singen kann und wirklich überzeugt. Amüsant an dieser Stelle auch die Ansagen zwischen den Titeln, die bei einem Live Album natürlich nicht fehlen dürfen. Es ist fast so, als würde Alexander in meinem Wohnzimmer stehen (wo dann wieder die Halluzinationen ins Spiel kommen). Auf Scheibe Nummer zwei startet man mit „Krabat“ welches ich live nur in der Unplugged Version kenne und das mit zu meinen absoluten Lieblingsliedern der Band zählt (ja, auch wenn ich es noch nicht so lange kenne). Und auch ansonsten hält man sich im Großen und Ganzen an neuere Kompositionen. Unter anderem auch „Nie mehr“ mit Gastsängerin LAHANNYA gesungen in Englisch und Deutsch, „Ich bin ein wahrer Satan“ von den gleichnamigen Singles und was mich besonders freut, da dass Lied meinen Namen trägt, dass „Sara“ es mit auf „Akoasma“ geschafft hat. Und natürlich dürfen die beiden Dauerbrenner „Und wir tanzten (Ungeschickte Libesbriefe)“ und „Ich will brennen“ am Schluss nicht fehlen. Ich denke mal, dass die beiden Stücke auf den Konzerten die Zugaben darstellten, bei denen noch mal so richtig alles gegeben wurde. Einfach herrlich. Hinzuweisen sei auch noch auf das Booklet, in welchem jede Menge Konzertfotos von Thomas Volkmer (den ich in Osnabrück auf der Unplugged Tour persönlich kennen lernen durfte – man denke sich einen angeberischen Tonfall meinerseits) enthalten sind und welche man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.

Wer ASP schon mal live gesehen hat, der weiß natürlich, dass sich das Album auf jeden Fall lohnt. Auch wenn es natürlich an eine Show, bei der man mitten im Publikum steht, bei weitem nicht herankommt. Nur muss ich an dieser Stelle, so gut mir „Akoasma – Horror Vacui Live“ auch gefällt, sagen, dass mir das dieses Jahr alles ein bisschen viel war. Zwei Best Ofs und ein Zwischenalbum sind zwar schön und das Engagement, welches dahinter steckt, sehr löblich, aber hätten nicht sein müssen. Für Fans natürlich ein Must Have, ich hingegen hätte mir eventuell die „Horror Vacui“ gespart, da ich eigentlich alle Songs davon schon anderweitig besitze und dafür das Geld dann in „Akoasma“ investiert, da Live ja noch mal etwas anderes und besonderes ist. Aber das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

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