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ASP - Weltunter

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ASP
Title Weltunter
Homepage ASP
Label TRISOL
Leserbewertung
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7.9/10 (20 Bewertungen)

Zu den umstrittensten Bands im Gothic-Lager zählt sicher ASP, wenngleich „Band“ in diesem Zusammenhang eigentlich nicht richtig ist, denn im Grunde steht nur ein Mann hinter dem Projekt: Alexander Frank Spreng, der hauptberuflich in einer Werbeagentur arbeitet. Umstritten deshalb, weil die Mischung aus harten Gitarren, Elektronik und pathetischen Texten manchen zu abgedroschen erscheint, andere ASP aber frenetisch feiern. Nach den beiden Konzeptalben um den „Schwarzen Schmetterling“ und der Gemischtwaren-EP „Die Zusammenkunft“ erscheint nun das langerwartete dritte Album.

Nach dem ersten Hördurchlauf war ich etwas enttäuscht, mir fehlten irgendwie die Knaller, die man von der letzten Veröffentlichung so liebt („Besessen“, „Fading Away“). Stattdessen schien die Angelegenheit eher monotoner, ruhiger geworden zu sein. Also wieder rein in den CD-Player und weiter geprüft und… die Sache wird doch gut. ASP ist reifer geworden, erwachsener. Viele Stücke entfalten sich erst nach einer Weile, dann aber richtig. Das Intro geht in „Welcome“ über, welches eine Art Reprise der Schmetterlingsthematik darstellt, mit der Übernahme einiger Text- und Songbausteine. Danach ist das Thema abgeschlossen und der Titelsong erweist sich als würdiger Hit. Das darauf folgende „Die Stille der Nacht“ überrascht mit ungewöhnlich „sanftem“ Gesang in der Strophe, ein Stilmittel, welches noch häufiger eingesetzt wird. Der Kontrast erfolgt dann in Form des „klassischen“ Refrains. „She wore Shadows“ ist DIE Hymne des Albums, ein treibender Uptempo-Song und eine Art Mischung aus „Maybe“ und „Besessen“ vom letzten Album. Danach kann man sich dann auch mal einen uninteressanten Track leisten („Demon Love“). Zum Abschluss befindet sich dann mit „Lykanthropie“ sogar ein fesselndes Epos auf der Scheibe.

Am Track 8 „Ich will brennen“ erkennt man am deutlichsten Alexanders Soundphilosophie. Aus teilweise einfachsten Keyboardideen und für sich gesehen belanglosen Riffs erschafft ASP wieder etwas Neues, Spannendes. Man transformiert Kitsch und Pathos in dunkle Magie. Neben der normalen Ausgabe gibt es auch eine auf 2999 Stück limitierte Fan-Edition mit sechs exklusiven Stücken, an denen z.B. UMBRA ET IMAGO und SALTATIO MORTIS mitgearbeitet haben sowie speziellem Artwork. Wer die Mannen dann auch live sehen will (in klassischer Bandbesetzung) kann dies schon bald auf der gemeinsamen Tour mit XANDRIA tun, die für meinen Geschmack in letzter Zeit etwas überpräsent sind. Allerdings sprangen die Bielefelder auch nur für SAMSAS TRAUM ein, die kurzfristig aus wirtschaftlichen Gründen absagten, um mit L’ÂME IMORTELLE zu spielen. „Ich will brennen, selbst wenn du meinen Namen morgen schon vergisst“ heißt es an einer Stelle – ich bin davon überzeugt, dass ASP eine wesentlich längere Halbwertszeit haben werden, mit diesem starken Album in der Hinterhand ganz sicher!

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