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ASP - Wer sonst?/ Im Märchenland (Single)

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Artist ASP
Title Wer sonst?/ Im Märchenland (Single)
Homepage ASP
Label TRISOL
Leserbewertung
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4.8/10 (8 Bewertungen)

Lange hat man nichts mehr von ASP gehört… nee, kleiner Scherz. Immerhin ist „Wer sonst/ Im Märchenland“ neben der Live Scheibe (bzw. Live DVD) „Von Zaubererbrüdern – Live & Unplugged“ in diesem Jahr schon der zweite Output der äußerst produktiven Frankfurter. Und zugleich natürlich auch ein Vorgeschmack auf das kommende Album, welches eigentlich im Herbst diesen Jahres schon erscheinen sollte, dann aber doch noch verschoben wurde. Und da liegt auch der Hase im Pfeffer: Wer soll da überhaupt noch mitkommen und den Überblick behalten bei so vielen Produkten, von denen es dann auch zumeist noch limitierte Editionen (wie auch von „Wer sonst/ Im Märchenland“) etc. pp. gibt? Und wer soll das alles bezahlen? Ist ja wirklich nett anzuschauen und zu hören, aber irgendwie ist das alles ein bisschen viel. Natürlich müssen die Bands in der heutigen Zeit auch sehen, wo sie ihr Geld herbekommen und das versuchen ASP immerhin auf ziemlich hohem Niveau, aber irgendwann ist der Hörer (oder Fan) einfach übersättigt.

Aber nun zum eigentlichen Gegenstand dieser Rezi. Wie üblich hat man wieder viel Wert auf die Covergestaltung gelegt, so dass der geneigte Hörer hier gleich zwei dieser Sorte bekommt. Zunächst eins für „Wer sonst?“ und auf der anderen Seite für „Im Märchenland“. Verantwortlich zeigt sich hier auch wieder (wie üblich) Haus- und Hofzeichner Ingo Römling aka Monozelle. Immerhin enthält die Single zwei neue Songs, zwei Coverversionen von TRIO und THE CULT, zwei Remixe von CLAN OF XYMOX und PROJECT PITCHFORK, ein Bonusvideo vom diesjährigen Blackfield Festival (auf dem „Wer sonst?“ seine Premiere feierte) und ein Gastspiel von Das Letzte Einhorn (IN EXTREMO). Man kann also nicht sagen, dass einem hier nichts geboten wird. „Wer sonst?“ konnte ich ja nun schon live auf dem Deichbrand Festival 2009 erleben und schon da hatte ich geschrieben, dass es riecht wie ASP, aussieht wie ASP und schmeckt wie ASP und dieser Eindruck ändert sich auch bei dem Song aus der Konserve nicht. Man lässt mehr die Gitarren sprechen und auch die Gesangsparts vom letzten Einhorn fügen sich harmonisch in den Song ein. Solide, aber nicht herausragend. „Im Märchenland“ ist dafür etwas ruhiger ausgefallen, aber dank Alexanders markanter Stimme auch wieder eindeutig als ASP erkennbar. Gefällt mir eigentlich ganz gut und kriecht dank des Refrains auch schnell ins Ohr. Anscheinend hat man seine Nische gefunden und experimentiert nicht mehr groß herum, sondern setzt auf Altbewährtes. Das THE CULT Cover „Rain“ wird dann natürlich auf englisch intoniert (was man von Herrn Spreng schon lange nicht mehr gehört hat) und man hat ihm den typischen ASPschen Stempel aufgedrückt. Gefällt auch. Dafür kann ich mich mit „Kummer“, einem TRIO Cover, nicht wirklich anfreunden. Zu schleppend, der Gesang nicht mein Ding und sowieso und überhaupt. Nee, hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen. Der Remix von „Im Märchenland“ von CLAN OF XYMOX kann dann wieder überzeugen. Es geht wesentlich elektronischer zur Sache und das ist sicher gar keine schlechte Idee, wenn man im Original eher auf Gitarren setzt. Ähnlich verhält es sich bei der Bearbeitung von PROJECT PITCHFORK („Wer sonst?“). Mehr Elektronik, aber irgendwie fehlt mir die Spannung. Nach der Hälfte kommt Langeweile auf, zu eintönig das Ganze. Zum Abschluss gibt es dann noch den Katzenjammer Langschnitt von „Kummer“, aber auch der kann mich an dieser Stelle nicht überzeugen.

An sich eine solide Single, bei der man sich offensichtlich schon einiges an Mühe gegeben hat. Zumal es bei der Limited Edition noch ein 42-seitiges Comic Buch nach einem Skript von Spreng dazu gibt und es ist sicher nett gemeint, dass man so den Fans die Wartezeit aufs Album verkürzen möchte. Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich das hätte schenken können, da die Titel zwar alle ganz ok sind, aber nun nicht zu Höchstleistungen auflaufen, wie man es eigentlich sonst von ASP gewohnt ist. Ich hatte irgendwie mehr erwartet. Trotzdem warte ich natürlich mit Spannung auf das kommende Album und vielleicht kann man mich damit wieder versöhnen.

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