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ASSEMBLAGE 23 - Compass

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Artist ASSEMBLAGE 23
Title Compass
Homepage ASSEMBLAGE 23
Label ACCESSION
Leserbewertung
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6.5/10 (12 Bewertungen)

Der Name ASSEMBLAGE 23 war bislang untrennbar mit grandiosen Future Pop-Hymnen verbunden, was der gute Tom Shear in seiner bisherigen Karriere an flotten Ohrwurm Tracks gezaubert hat, verdient Respekt und Bewunderung. Das 6te Studio Album überrascht insofern in Sachen Tempo und Ausrichtung, ja möglicherweise enttäuscht es auch den einen oder anderen eingefleischten Fan. Keine BPM-Angaben auf der Rücksteite = eine Abkehr von den zumeist Club-orientierten Kompositionen früherer Tage. Die Kompassnadel scheint für eine neue Ausrichtung des mittlerweile recht langlebigen Projekts zu stehen. Doch wohin geht die elektronische Reise?

Eine gute Prise Synthie Pop hat sich in die Tracklist geschlichen, überwiegend bestimmen Midtempo Songs das Klangbild, die auf den ersten Blick keinen sonderlich spektakulären Eindruck hinterlassen. Zudem war Toms Gesang – wenngleich prägnant – noch nie besonders ausdrucksstark. Wenngleich er sich in diesem Bereich deutlich verbessert hat, was einige doch vergleichsweise komplexe Melody Lines beweisen. Es hat einige Anläufe gedauert, bis ich mit dem neuen Material warm wurde, und auch wenn A23 die eigenen Klassiker nicht erreichen kann, handelt es sich doch ohne Zweifel um eine gutklassige Scheibe mit eigener Identität. Die Sirenen zu Beginn von „Smoke“ wurden zwar bereits von CLIENT verbraten, leiten dann aber eine im Grunde typische Shear-Hymne ein, die eben lediglich tempomäßig etwas gedrosselt wurde. Der Versuch, neue Wege zu gehen, ist an vielen Stellen unverkennbar, siehe etwa den Chorus vom gelungenen „Alive“, jedoch sind die lyrischen Themen und auch die latent vorhandene Melancholie erhalten geblieben. Nur für die von Hellectro und Stampfgebrate infizierten Tanzflächen fällt dieses Mal nicht sonderlich viel ab, dafür könnten Titel wie „Impermanence“ ansatzweise auch im Mainstream Erfolg haben. Keine Total Mutation wie bei APOP dafür eher ein sanftes Dahingleiten in erwachseneres (?) Songwriting.

Der eine oder andere Titel gegen Ende („Angels & Demons“) fällt dann doch relativ durchschnittlich aus, so dass man dem guten Tom für die Zukunft wieder etwas mehr Drive wünschen würde oder auch Kontraste, um „beide“ Stilrichtungen (gefühlvoller Synthie/ treibender Future Pop) zu bedienen. Jedoch muss man völlig unvoreingenommen feststellen, dass ASSEMBLAGE 23 wieder jede Menge Ohrwürmer bieten, die man sich zweifelsohne erst erarbeiten muss. Es lohnt aber, ebenso wie die Deluxe Edition mit zusätzlichen Bonusstücken.

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