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ATEM - Concrete Americana

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Artist ATEM
Title Concrete Americana
Homepage ATEM
Label THROUGH LOVE RECORDS
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Jan Korbach ist der Mann hinter ATEM; der eine oder andere wird ihn auch als Gitarristen und Songwriter der Berliner Post/Sludge-Metaller NEÀNDER kennen. Was ATEM und NEÀNDER eint, ist der Umstand, dass es keinen Gesang gibt. Musikalisch trennen die beiden Projekte allerdings Welten, der Titel „Concrete Americana“ gibt die Richtung schon ziemlich genau vor.

Wobei, ganz so weit sind NEÀNDER und ATEM dann doch nicht voneinander entfernt, denn die Platte „Concrete Americana“ hat ihren Ursprung in dem Versuch, eine Akustikversion eines NEÀNDER-Songs aufzunehmen. Nun klang das Ganze jedoch gar nicht mehr nach Metal, sondern nach Americana und so darf der Album-Opener „The Pilgrim“ durchaus aus Brücke zur Hauptband des ehemaligen CASPER-Gitarristen verstanden werden. Vom „Eremit“ (so der Name des zweiten NEÀNDER-Longplayers aus 2020) zum Pilger ist es ja auch gar nicht so weit… Instrumentalmusik ist immer gut fürs Kopfkino und wer sich mit der zweiten Single-Auskopplung „Revanche“ nicht gedanklich in einer Westernkulisse wiederfindet, wird in seinem Leben schlicht noch keinen Kontakt mit diesem Genre gehabt haben. Die Nummer baut eine ungeheure Spannung auf – der High Noon auf der staubigen Hauptstraße eines verschlafenen Nests irgendwo im Nirgendwo ist praktisch greifbar. Derweil klingt „Cold Flow“ wie ein entspannter Ritt durch die Prärie, ehe mit dem Titeltrack „Concrete Americana“ die Stimmung düsterer wird und „Velvet“ die Weite der riesigen Grasebenen widerspiegelt. „Scorpio“ baut – auch mit Hilfe seiner besonderen Instrumentierung – eine besondere Suspense auf, die auch beim nachfolgenden „Gold“ zunächst erhalten bleibt, hier aber langsam ihre Auflösung findet. Bleibt noch „By Night“, das für einen versöhnlichen Abschluss des knapp halbstündigen Ausflugs in dunkle Americana-Gefilde sorgt.

Jan Korbach aka ATEM schafft mit tiefer gestimmten Akustikgitarren, massiven Dums und geschmeidigen Basslinien auf „Concrete Americana“ cineastische Klanglandschaften, die gänzlich ohne Gesang auskommen. Gerade die Abwesenheit einer Stimme sorgt dafür, dass man sich leicht in dieser Musik verlieren kann, die im rauen Wilden Western genauso zuhause ist wie im nicht weniger schroffen Großstadt-Dschungel.

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