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ATOMIC - Coming up from the Streets

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Artist ATOMIC
Title Coming up from the Streets
Homepage ATOMIC
Label DANDYLAND
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. MANDO DIAO? Geschenkt! Britische Hype-Äffchen? Geschenkt! ATOMIC kreisen seit einigen Tagen in meinem Player und die kommen aus Furth im Bayrischen Wald. „Musik kommt vom Dorf“ steht im Promo-Zettel, muss man da als Ostwestfale nicht gleich zum Sympathisanten werden? Schaut man sich die Inspirationsquellen der einzelnen Bandmitglieder an, weiß man gleich, wessen musikalische Kinder sie sind: Die BEATLES hat wohl Papa immer gehört, zur Sturm- und Drangphase lief dann OASIS, zur Abifete vermutlich MANDO DIAO. „Coming up from the streets“ heißt ihr zweiter Longplayer, mit dem sie es allen zeigen wollen.

Und schon mit dem Starter „Soul Sister“ haben sich mich auf ihrer Seite, sehr fluffiger Garagen-Retro-Brit-Rock, dargeboten mit einer derartig lässigen Stimme, dass ich mir überlegen muss, ob ich das Attribut „dreckscool“ vielleicht doch nicht mehr exklusiv für Aydo Abay verwenden will. Da sich die Zwillinge Thomas und Markus Marschel den Gesangspart teilen, weiß ich nun nicht, wem ich das leicht nasale Timbre zuordnen muss, das bei mir Assoziationen zum BLACKMAIL-Sänger auslöst. Ein Eindruck, der sich beim nachfolgenden „Magic daydream“ noch verstärkt, das noch ein Stück druckvoller als der Opener aus den Boxen dröhnt und einen magisch-schlichten, wie eingängigen Refrain besitzt. Es folgen entspannte bis fetzige Singalongs wie „Oh Suzanne“ bei dem ich sofort das wunderbare „Uhuhuhuh“-Gitarrenriff mitgrölen muss. Sowieso liegt hier der Zauber dieser Scheibe verborgen – man fühlt sich bei jeder Nummer gleich aufgefordert, irgendetwas mitzumachen: Sinnfreie Laute johlen, den Harmoniegesang verstärken, schnipsen, klatschen, weshalb ich mich wiederholt unter den Blicken meiner Ampelnachbarn im Auto zum Affen gemacht habe. Dieses Potential haben auch schon andere coole Socken wie die BABYSHAMBLES, KULA SHAKER oder die Sporties erkannt und sich von ATOMIC supporten lassen. Mit „Something wonderful“ und „I just wanna dance with you tonight“ gibt es – gäbe es schönere Titel? – natürlich auch zwei verträumte Balladen und auch das abschließende „High & Fall“ wirkt wärmend aufs Gemüt. Wenn die Jungs mal in meiner Nähe spielen, bin ich dabei und nehme auf jeden Fall ein paar Wunderkerzen mit.

Frisch, unprätentiös und sehr catchy schaffen es ATOMIC aus einer Fülle von Musikzitaten einen neuen Zeitgeistcocktail zu mixen, dessen Prickeln über die gesamte Länge der 11 Titel anhält. Da sollte man neben Liverpool, Manchester und Borlänge auch mal eine Stecknadel für Furth im Bayrischen Wald für die musikalische Landkarte bereit halten.

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