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ATOMKRIEG - Erstschlag

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Artist ATOMKRIEG
Title Erstschlag
Homepage ATOMKRIEG
Label HUND IN DER PFANNE VERRÜCKT RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (157 Bewertungen)

Deutschpunk ist heutzutage manchmal schon fast ein Schimpfwort. Kein Wunder bei diesen ganzen peinlichen Genre-Vertretern, die es besonders vor ein paar Jahren von Nix-Gut Records gab. Da waren viele Formationen dabei, denen nahm man die Texte und das Auftreten nicht so richtig ab. Auch optisch einfach nur klischeehafte „Standard Punks“. ATOMKRIEG ist endlich mal eine Punkband, für in den 80ern bestimmt einige Popper die Straßenseite gewechselt hätten. Doch besonders musikalisch spielen die Münsterländer Jungs völlig unbeirrbar ihren schnellen, rauen und wütenden Knüppelpunk, ohne dabei in die „ufta-ufta“ Schiene abzudriften.

Sagen wir mal, wenn COTZBROCKEN in den 80ern ihre Instrumente besser beherrscht hätten, dann wäre aus ihnen eine gute ATOMKRIEG-Cover Band geworden. Aber man kann diese Band auch nur schwer mit anderen vergleichen. Wichtig ist, die Anlage voll aufzudrehen, wenn der Plattenteller sich dreht. Besonders hängen bleiben folgende Lieder: Die Band-Hymne „Atomkrieg“, „Leben ohne Zwang“ und „Zahltag“. Der beste Song ist jedoch „Zu stolz“, ein Stück, das sich im Gehörgang festsetzt und den Ohrenschmalz in flüssigen Honig verwandelt (dieses sprachliche Bild wird mich heute verfolgen, Anm. der Red.). Doch bevor die Leute anfangen, sich mit ihren versifften Fingern, Honig in den Mund zu schöpfen, würde ich sagen, sichert euch diese Platte. Wer weiß, wie lange es noch Exemplare davon gibt. Diese auf nur 500 Stück limitierte, handnummerierte, türkisfarbene Vinyl-Scheibe, die auf den passenden Namen „Erstschlag“ getauft wurde, bietet 10 Songs an, die einen direkt in die 80er zurückversetzen und trotzdem doch recht aktuell und frisch wirken. Da hier „d.i.y.“ groß geschrieben wird, wurde die Platte über das bandinterne „Hund in der Pfanne verrückt-Records“-Label veröffentlicht (zu beziehen etwa im Kernkrach Online Shop).

Aufgrund ihrer radikalen und konsequenten Anti-Facebook-Haltung und dem insgesamt medienscheuen Auftreten (von lokalen, szenerelevanten Fernsehauftritten abgesehen), bleibt die Band jedoch immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. Glück wer die Chance hatte, diese Band live zu sehen. Gebauchpinselt fühle ich mich, dass ich sie für einen Gig auf meinen 30igsten Geburtstag gewinnen konnte. Daumen steil nach oben, viel besser waren die meisten „klassischen“ Deutschpunkbands auch nicht.

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