Band Filter

ATRIUM CARCERI - Kapnobatai

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ATRIUM CARCERI
Title Kapnobatai
Homepage ATRIUM CARCERI
Label COLD MEAT INDUSTRY
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Kleiner Exkurs zur Einleitung: auf LEAKHs „Et cetera“ gibt es einen Track, bei dem man deutlich eine auf- und zuschnippelnde Schere hört – dort habe ich zum ersten Mal den Ursprung eines Geräusches tatsächlich bewusst ausmachen können. Auch bei ATRIUM CARCERI merkt man gleich zu Beginn: hier ist wohl der Meister noch selbst am Werk. Mit was jeweils genau Herr Heath alles arbeitet, bleibt der Phantasie überlassen, aber man hört, dass hier nicht alles zur vollkommenen Unkenntlichkeit verzerrt wird, dass noch Einzelphasen dem fertigen Track voraus gehen. Unmissverständlich kommt ein menschliches Sprechorgan bei „Behind the curtain of life“ zum Einsatz: lautes Atmen, eine sprechende Männerstimme (ich tippe auf Japanisch, bin aber für Berichtigungen immer offen). Der nächste Track wird durch eine Frauenstimme beseelt – wieder Japanisch. Wieder eine Frau klingt bei einem späteren Track sehr verzweifelt, was nicht spurlos am Hörer vorüber geht. Werden hier Filmsamples verwandt?

Vergleicht man „Kapnobatai“ mit dem Erstling „Cellblock“, so haben beide Alben gemeinsam, dass die Übergänge zwischen den Tracks nicht fließend sind. Empfand ich es bei „Cellblock“ als bedauerliche Brüche, die gute Klänge leider heterogen erscheinen lassen, habe ich diesen Eindruck jetzt nicht: jeder Track ist zwar ähnlich von Dunkelheit beseelt, aber manche klingen hoffnungsloser als andere, manche befremdlicher oder bedrohlicher. Jeder ist also ein kleiner monströser Alptraum für sich. Stichwort „monströs“ – das Artwork stammt wieder von Heath selbst. Es sagt mir nicht 100%ig zu, aber die Farben sind stimmig gewählt, und auch das Cover spiegelt etwas von angesprochener Monstrosität wider. Sehr gut gefallen mir die Texte im Booklet – davon unabhängig, dass sich inhaltlich ein jeder Hörer/ Leser selbst einen Reim machen sollte (mich erinnern sie etwas an den Gnosis-Mythos von Arbal-Jesus), verdeutlichen sie zumindest mir die Schönheit von Sprache, in diesem Fall die des Englischen.

CMI-Chef Karmanik hat tatsächlich ein unbestreitbares Händchen für exzellente Dark Ambient Projekte, wozu ich ihm eigentlich nur gratulieren kann. Mit dieser sehr guten Veröffentlichung unterstreicht der Schwede seine Spitzenposition im Bereich von extravagant-düsterem Ambient.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ATRIUM CARCERI - Weitere Rezensionen

Mehr zu ATRIUM CARCERI