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ATROCITY - Atlantis

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ATROCITY
Title Atlantis
Homepage ATROCITY
Label NAPALM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.0/10 (2 Bewertungen)

Kritiker können behaupten: „ATROCITY haben immer ihr Fähnchen nach dem Wind gehängt”. Fans werden entgegnen: „ATROCITY“ ziehen einfach IHR Ding durch“ und Krull würde über allen thronen: „Mir ganz egal, was alle anderen sagen!“. Jedenfalls lässt es sich kaum leugnen, dass der letzte Output „Gemini“ ein halbgarer Furz im Wind war. Wenn man schon auf „modern“ macht, dann muss der Musikant wenigstens das entsprechende Songwriting beherrschen. Und so ist man überrascht und doch wieder nicht, dass man auf „Atlantis“ wieder einen völlig anderen Kurs fährt und wieder annähernd zur Härte der Anfangstage zurückkehrt. Vor allem, wenn man die Vorabauskopplung „Cold Black Days“ kennt, die entgegen fast aller anderen Tracks doch recht poppig ausgefallen ist.

Ansonsten geht es gleich mit dem Opener „Reich of Phenomena“ voll auf die 12! Aggressiver Death Metal-naher Extremsound mit aggressiven Vocals und einer stark bombastischen Schlagseite. Diese wird vor allem durch die symphonischen Keyboards erzeugt, welche über die komplette Laufzeit eine gewichtige Rolle spielen und das lyrische Konzept unterstreichen sollen. Atlantis ist halt nicht Unterhaching, da kann man schon mal auf die Pauke hauen. Natürlich wird auch Alexanders Ehefrau Liv Kristine hin und wieder „eingebaut“, warum sollte man auf ein so stimmgewandtes Pferd im Stall verzichten? Im Endergebnis klingt dann ein Stück wie „Gods of Nations“ wie Doomcore mit poppigem Clean-Refrain, während „Enigma“ wie eine härtere THERION-Variante rüberkommt. Wirklich aus dem Rahmen fällt die Single und so sollte jeder, der diese zu seinen Favoriten zählt, vorher ganz genau Probe hören! Positiv sind die starke „Eigenproduktion“ und Alexanders weiter verbesserte Gesangskünste zu nennen, auch die „neue alte“ Härte kann in meinen Augen überzeugen. Großartig an Glaubwürdigkeit gewinnt man mit dem schlingernden Veröffentlichungskurs nicht, aber das ändert natürlich nichts an der isoliert betrachtet guten neuen Scheibe.

Grundsätzlich könnte man mit „Atlantis“ eine breite Fanschicht von Gothic über Bombast über Death bis Nu Metal ansprechen. Mal sehen, wer auf den Köder reagiert und in die Untiefen der verlorenen Stadt abtaucht. Kein absoluter Meilenstein aber man lässt „Gemini“ damit in Frieden ruhen und gewinnt verloren gegangenes Terrain zurück. Zusätzlich auf der CD: Ein Multimedia Part mit Hintergrundinfos zu den einzelnen Stücken und der Videoclip zu Single „Cold Black Days“.

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