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AUDREY HORNE - Le Fol

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Artist AUDREY HORNE
Title Le Fol
Homepage AUDREY HORNE
Label INDIE RECORDINGS
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Teutonisches Metalgehämmere oder berserkerhafte Instrumentierungen vernimmt man meist von norwegischen Bands. AUDREY HORNE sind da nicht viel anders, aber sie fügen Zutaten hinzu, die vielen anderen fehlen: Melodie und Eingängigkeit. Der hoch gelobte Erstling „No Hay Banda“ wurde gleich mehrfach ausgezeichnet, so dass das norwegische Quartett wohl besonders motiviert war, mit dem Nachfolger „Le Fol“ ebenso erfolgreich zu sein. Diesmal zwar ohne die Unterstützung von QOTSA-Producer Joe Barresi, dafür aber mit ICEDALE hinter den Reglern.

Der Opener „Last Chance for a Serenade“ klingt amerikanisch roh und nach frischem Fleisch für alle QOTSA-Fans. Die werden sich auch in „Jaws“ festbeißen. Triefende Orgeln malträtiert von brachialen Bässen stemmen sich gegen die Monsterriffs, welche brandend an Toschies Stimme bersten. Die steht wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung und wird später noch desöfteren als Einheizer für die instrumentale Truppe auftreten. Ab und zu bedürfen diese nämlich solcher Motivationsschübe. Wunderbar zu hören bei „Last Call“, das sich vom Bassbrummenden Anfang hin zu einer gigantisch ekstatischen Refrainorgie ausweitet. Die Shoutarie von Toschie prescht dabei mit den Himmelsstürmenden Riffs um die Wette. AUDREY HORNE besingen auch andere Bands, „THRESHOLD“ und „PRETTY GIRL MAKE GRAVES“ werden gehuldigt, wobei letzteres eher als akustisches Flächenbombardement angesehen werden kann. Die „Bright Lights“ sorgen ausgleichend für heimelige Stimmung unter dem streicherinstrumentierten Sternenhimmel, den das chaotische Drum-Finale-Furioso allerdings zum Einsturz bringt. Alles nur, um ein weiteres Mal das Shoutpotenzial des Sängers auszuloten.

„Hell Hath no Fury“ packt dann den Schemel aus, stellt sich drauf und lässt erahnen, was AUDREY HORNE meinten, als sie vorher noch „I still kill the oldschool Way“ sangen. Ein humpelnd stolzierender Basslauf, mäanderndes Orgelspiel im Hintergrund und eine kehlige, krächzige Stimme, um den Verstand zu rauben. Um dies zu einem eingängigen Rockwerk zu formen, bedarf es Können, welches das Quartett eindeutig hat. „Le Fol“ ist krachender Hardrock, der in Fahrtrichtung Metal die Eingängigkeit eingepackt hat. AUDREY HORNE wird in Zukunft nicht nur David Lynch-Filmfans ein Begriff sein.

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