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AUGUST BURNS RED - Messengers

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Artist AUGUST BURNS RED
Title Messengers
Homepage AUGUST BURNS RED
Label TOOTH AND NAIL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.0/10 (7 Bewertungen)

AUGUST BURNS RED ist eine der Bands, die gleich mit ihrem ersten Album derartig auf sich aufmerksam machen, dass man sich im ersten Moment zwar für die Jungs aus Pennsylvania freuen mag, gleichzeitig aber macht man sich auch irgendwann seine Gedanken, ob nun Ähnliches erneut erwarten kann oder das ganze Pulver schon verschossen ist. Nach dem starken Debüt „Thrill Seeker“ aus dem Jahre 2005 legte das Quintett zwei Jahre den Nachfolger „Messengers“ nach.

Das zweite Album der fünfjährigen Bandgeschichte mindert aus heutiger Sicht die anfängliche Euphorie um die Gruppierung allerdings dann doch ein wenig. Man ist seiner Schiene im Großen und Ganzen treu geblieben, opferte nur ein wenig der Eingängigkeit zugunsten von noch mehr Brutalität im ohnehin schon nicht als „Kirchenchor“ zu bezeichnendem Soundkonzept der Truppe. Dass der „Kirchenchor“ trotzdem nicht allzu fern ist, betont die Band allerdings insofern, dass sie immer wieder auf ihren christlichen Glauben verweist (siehe Cover). Das soll allerdings nicht heißen, man würde nicht den Hammer schwingen, dieses passiert hier wirklich „himmlisch“. Fast 50 Minuten lang ballern sich die Jungs durch die elf Songs, in denen sich Blastbeat an Breakdown reiht und das Ganze wieder zurück. Wird in Kompositionen wie „Up Against The Ropes“ oder „American Dream“ erbarmungslos alles per Double Bass niedergeholzt, stehen bei „Truth of a Liar“ und „Redemption“ eher Gitarrenleads im Vordergrund. Besonders die hoch gestimmte Axt sticht immer wieder beim Riffing wohlklingend heraus. Dieses driftet zusammen mit dem Drumming ab und an gerne mal ins Black Metal-artige ab, was der religiösen Gesinnung ja irgendwie widerspricht. Doch Gitarrist JB sagte einmal in einem Interview: „Christentum ist eine Religion – und kein Stil einer Musik“. Recht hat er! Und so kann man besagtes Abdriften wie zu Beginn von „Black Sheep“ nur als positive Abwechslung bezeichnen; womit wir auch schon beim Stichwort wären: „Abwechslung“. Diese ist das ganz große Manko der Scheibe, da sie ziemlich rar gesät ist. Ballern können die fünf Freude ja wirklich gut – allerdings tun sie dieses durchweg und fast ausnahmslos. Es ist wie das heizen über die Autobahn: Am Anfang macht es noch reichlich Spaß, den Bleifuß auszupacken und Vollgas zu geben. Doch mit der Zeit wird es eintönig, man nimmt die Geschwindigkeit nicht mehr wahr und es wird langweilig. Anders ist es, wenn man einige Kurven zu nehmen, mit Bremse und Gas zu spielen hat und das perfekte Gleichgewicht zwischen beiden finden muss. Dieses Element fehlt auf „Messengers“. Die zahlreichen Breakdowns gehen mehr oder weniger bedeutungslos in der Masse unter, da sie meist nicht durch einen entsprechenden Spannungsbogen aufgebaut werden und „The Eleventh Hour“ (ziemlich cool eingeleitet durch „We’ve got news for you“) somit eine der wenigen Ausnahmen bleibt. Dem Rezipienten wird keine Gelegenheit gegeben, Energie anzusammeln, welche er dann in den gewünschten Parts herauslassen kann, da einfach andauernd nur aufs Gas gehalten wird. In dem Drang, noch brutaler zu klingen, ging dieser Baustein im Songwriting wohl ziemlich unter und das holt die Überflieger von AUGUST BURNS RED wieder etwas auf den Boden zurück. Bands wie PARKWAY DRIVE zeigen, wie es in dem Bereich noch besser gehen kann. Gemosht werden darf natürlich trotzdem, zumal in Kompositionen wie „Balance“ kleine Highlights wie dicke Bass-Explosionen und diverse Stakkato-Riffings genügend Anreiz dazu geben!

„War Thrill Seeker“ noch ein richtig großes Ding, geht es mit „Messengers“ unspektakulärer weiter. Dass AUGUST BURNS RED den Umgang mit ihren Instrumenten verstehen, wird mehr als deutlich: Sind bei den Gitarren durchaus nette Sachen wie das Solo in „Truth of a Liar“ oder in „Balance“ dabei, ist die Leistung von Matt Greiner an der Schießbude ziemlich beeindruckend. Sehr energisch und energiegeladen prescht er rhythmisch voran und hat großen Anteil an dem Brutalen Sound der Band. Den haben auch Bassist Dustin, dessen auffällig wuchtiges Spiel zu überzeugen weiß, und Produzent-Ikone Tue Madsen, der seinem sehr guten Ruf wieder einmal gerecht wird. Und auch Vokalist Jake gibt sich keine Blöße, verzichtet passend zum brachialem Kurs auf Cleangesang und variiert stattdessen gekonnt zwischen Shouts und leichten Growls. Leider war man im Benühen, noch an Brutalität zuzulegen, etwas übereifrig und gönnte den Kompositionen nicht immer die nötige Tiefe, um ihre Trümpfe ausspielen zu können. So blitzt leider immer wieder nur Bruchstückhaft das zweifellos vorhandene Potential des Liedgutes auf. Für einen kurzen Moment denkt man: „Ja geil, hammer Riff/ Blast/ Break/ Vibe/ Melodie – und schon fällt man wieder zurück in den Trott der Raserei. Schade. Dennoch hat „Messengers“ mit „Truth Of a Liar“, „Redemption“, „Balance“ und „Up Against The Ropes“ reichlich überzeugendes Material zu bieten, das wohl nicht nur vorhandene Fans beglücken sondern auch einige neue dazu kommen lassen dürfte.

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