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AUSTRALASIA - Sin4tr4

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Artist AUSTRALASIA
Title Sin4tr4
Homepage AUSTRALASIA
Label GOLDEN MORNING SOUNDS
Leserbewertung
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4.6/10 (8 Bewertungen)

Die Italiener AUSTRALASIA legen mit “Sin4tr4” heuer ihre Debüt-EP vor und starten ihre Karriere mit großen Vorschusslorbeeren seitens ihres Labels. Da wird im Infotext direkt mal die Verbindung zwischen Ennio Morricone, Black Metal, Postrock und Vintage-lastigem Shoegaze hergestellt. Starke Worte für eine gerade erst erwachende Combo, die beim Rezensenten zunächst einmal für eine gehörige Portion Skepsis sorgen.

Zugegeben: Wirft man das Scheibchen das erste Mal in den Player, ist man schon nicht zu knapp überrascht, wie selbstverständlich da zwischen heftigen Blastbeats inklusive Hornissengitarren und handzahmen, cleanen Parts hin und her gependelt wird. Das explosive Gemisch wird, typisch italienisch, mit feinwürzigen, manchmal etwas sehr schwelgerisch wirkenden Melodien (vornehmlich übernommen von den Gitarren) gespickt und zusätzlich gibt es immer wieder Synthie-Einsprengsel, die teilweise gelungen sind und an einschlägige Vertreter des modernen schwedischen Metal erinnern (SOILWORK, anyone?), mitunter aber auch den faden Beigeschmack überflüssigster Indietronic-Kasper versprühen. Nun gut, kann ja nicht alles gleich rund sein beim Debüt. Dafür wird man dann auch meistens schnell wieder mit einem schönen Postrock-Part, gefolgt von einer Core-igen Speedattacke verwöhnt. Das ist auf jeden Fall nicht unspannend und soweit auch alles gut gemacht, was bei so unterschiedlichen Einflüssen keineswegs selbstverständlich ist. Nur wird man leider das Gefühl nicht los, dass die Geschichte noch nicht wirklich komplett zu Ende gedacht ist. Gerade so vielseitige Songs wie die von AUSTRALASIA brauchen Zeit, um sich zu entfalten und ihre ganze Kraft auszustrahlen. Und genau daran hapert es. Die Stücke reißen wirklich tolle und beeindruckende Parts ohne Ende an, aber anstatt sie in Ruhe aufzubauen und wirken zu lassen, kommt nach einer knappen Minute stets schon wieder etwas völlig anderes. Zwar klingt das trotzdem alles relativ rund, weil die Band durchaus in der Lage ist, vernünftige Übergänge zu arrangieren, aber im Gesamtbild wirkt die komplette EP ein wenig wie ein etwas überlanges Snippet eines vollständigen Albums. Man fühlt sich als Hörer tatsächlich ein wenig gehetzt, als müsste man auf Teufel komm raus in diesen 22 Minuten alles an Facetten mitnehmen, was nur eben geht. Schade, denn so erkennt man zwar mehr als deutlich das ohne jeden Zweifel vorhandene Potential der Band, wird aber trotzdem nicht vollends warm mit „Sin4tr4“.

Fazit: ein netter kleiner Appetithappen auf ein vollständiges Album, was da hoffentlich kommen wird und auf dem man sich dann hoffentlich ein wenig mehr Zeit nimmt, aus den vielen Stärken der Band ein homogenes Stück Musik zu erschaffen. Das könnte dann richtig toll werden.

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