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AYIN ALEPH - Ayin Aleph II

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Artist AYIN ALEPH
Title Ayin Aleph II
Homepage AYIN ALEPH
Label INVENCIS
Leserbewertung
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Klassik hat nicht immer gleich etwas mit Beethoven zu tun. Gothic nicht zwangsläufig mit dürstendem Vampirsound und AYIN ALEPH nichts mit Klischees. Ganz und gar nicht einordnen lässt sich ihr zweites, kleines Meisterwerk mit dem unspektakulären Namen „Ayin Aleph II“, das nicht minder spektakuläre 18 Songs enthält. Geboren in Russland, in Paris lebend und mit ägyptischen Wurzeln scheint AYIN ALEPH mit ihrer zweiten musikalischen Sahneschnitte wieder einmal mehr zu beweisen, dass sie nichts von Klischees und dergleichen hält. Dem ungeübten Hörer mag es kurzfristig vorkommen, als wüsste sie nicht, was sie da tut, wenn sie jaulend, kreischend, beißend und auch kratzend preis gibt, wo ihre musikalischen Vorbilder liegen. Denn genau da siedelt sich ihr zweites Album an – klassisch avantgardistisch!

Chorelemente läuten berührend und erfrischend ruhig die kleine Reise in Ayins Welt ein. Höhepunkt ist unweigerlich Track Nummer 2 „My Bloody Marriage“, das wieder mitreißend und wummernd daher kommt. Richtig in Schwung kommt man mit diesem Album aber eher nicht. Teilweise leider zu unkoordiniert wechseln sich Chorgesänge und Ohrwürmer ab, so dass man immer wieder aus dem eigentlichen Takt gerissen wird. Man muss dieses Werk sicherlich mehrmals hören und auch die musikalische Anlehnung an CINEMA STRANGE kommt schon teilweise deutlich durch. Nichts desto trotz würde man, rein vom stilistischen betrachtet, AYIN ALEPH nie auf dem Wave Gotik Treffen vermuten. Doch genau da gehört sie nach eigenem Bekunden hin. Dort trat sie übrigens 2008 mit dem jetzigen SISTERS OF MERCY-Gitarristen Ben Christo auf… und die SISTERS haben nun wirklich nichts mit Gothic zu tun (…wie gerne behauptet wird. Lieber Andrew, ich hoffe du nimmst hiermit zur Kenntnis, dass ich dich/ euch mal wieder aus der Gruft gezogen habe!) Also weiterhin hinfort mit Klischees und dem fast ununterdrückbaren Wunsch, eine Band/ Musikerin einzuordnen. Sie passt nicht in irgendeine Schublade und auch nicht in irgendwelche Formen. Dieses Album ist wie Lavendel – entweder man liebt es oder man hasst es. Mir gefällt es irgendwie, meine Ohren haben die jammernde und wimmernde Reise durch ihre kleine Welt ganz ausgezeichnet überstanden. Lange Rede – gar kein Sinn! Zurück zur CD. Ein klein wenig muss ich unweigerlich beim näheren Hinhören an Regina Spektor denken. Auch die singt nicht immer graziös gerade und die Musik passt meistens nicht zum Rest. Madame Ayin bevorzugt die hohen Töne, die hauptsächlich in der klassischen Operette vorkommen. Unterstrichen wird alles hier und da mit einem leise aber durchdringenden Chorgesang. Besonders beim 4. Track so called „Grey Ashes“ spielt sie wunderschön mit ihrem Stimmchen, begleitet von einem fordernden Klavier. Was nun aber 20 Sekunden-„Songs“ dazwischen zu suchen haben, dass muss sie mir noch einmal genauer erklären.

Abschließendes Fazit: Kann man im Schrank haben, muss man aber nicht. Sie ist sicherlich eine Spezialistin für das, was sie da musikalisch tut und auf ihre ganz eigene Art absolut genial, allerdings fehlt dem Album leider etwas die straighte Richtung, um wirklich ganz einzutauchen. Fast… wir sind nah dran!

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