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AYNSLEY LISTER - Home

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Artist AYNSLEY LISTER
Title Home
Homepage AYNSLEY LISTER
Label STRAIGHT TALKIN’ RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn der Blues-Fan den Namen AYNSLEY LISTER vernimmt, dann denkt er vor allem an das Talent, an das Aufsehen, für das der Mann zu Beginn seiner Kariere sorgte. Heute wird schon etwas zwiespältig auf den Bluesman geschielt. Hat er sich doch zu so etwas wie einem Popsternchen des Genres entwickelt. Ich glaube, LISTER ist einer derjenigen, die „Blues“ und „Cool“ im jugendlichen Sprachgebrauch in ein und denselben Satz bringen könnten. Und gerade deshalb kann es sich der Musiker erlauben, im mittlerweile eigenen Studio zu werkeln und „Home“ dort ohne Zeit- und Kostendruck zu produzieren.

Schon die ersten Takte des Openers und Namensgebers der Platte verweisen alle Kritiker auf die Plätze. AYNSLEY LISTER lässt die Gitarre aufheulen und knallt ein fettes Riff in den Raum, noch ehe das Album richtig angefangen hat, nur um dann in einem schmachtenden Liebeslied zu leiden. Selbst auf die, zugegeben recht typische Orgel wurde nicht verzichtet, genauso wenig auf ein schönes Solo. Kitschig? Ja! Klasse? Aber sicher! Bei „Broke“ schlägt der Engländer andere Töne an. Das Stück lebt vor allem am Anfang vom Gesang und der Rhythmussektion. LISTERa Gitarre spielt erst zum Schluss eine Rolle. Doch irgendwie ist das Stück harmlos. Es tut keinem weh, bleibt aber auch nicht hängen. Was jedoch hängen bleibt, ist das Riff zu Beginn von „Insatiable“. Klassischer kann ein Bluesstück nicht einsteigen. Hier „leidet“ der Sechssaiter, bis dann unvermittelt das Tempo angezogen und stilecht gerockt wird, nur um kurze Zeit später wieder leise zu leiden. Definitiv ein Vorzeigestück! Mit „Inside Out“ bin ich nun wiederum nicht warm geworden. Irgendwie poppig, zahn- und emotionslos. „Free“ entschädigt dann aber wieder auf ganzer Linie. Slidegitarre, tolle Melodie, eine Powerballade, wie sie im Buche steht. LISTER schmachtet am Mikro, seine Gitarre singt dazu. Was will man mehr? Was fehlt noch? Richtig, eine Hommage an die Großen des Blues! Und genau die folgt mit „Sugar“. Piano, typischer Rhythmus des frühen Blues und sogar das typische Aufheulen der Gitarre, nachdem das Piano den Hörer angeheizt hat. Und bevor ich zum Schluss komme, sei hier noch ein tolles Cover erwähnt. LISTER hat sich an einer der Blues-Hymnen schlechthin vergriffen und muss sich da mit anderen aktuellen Ikonen wie JOE BONAMASSA messen. Die Rede ist von „Feeling good“. Und was soll ich sagen? Hört euch das Stück an. Es fühlt sich gut an. Ebenso wie die Produktion.

AYNSLEY LISTER hat es wieder geschafft, ein richtig gutes Album abzuliefern, das trotz einiger Untiefen („Broke“ oder auch „Inside Out“) zu überzeugen weiß. Das Problem ist nur, dass es im Moment einige extrem gute Bluesmusiker gibt. Und somit muss sich LISTER wohl oder übel gefallen lassen, mit dieser Veröffentlichung zwar ein wichtiges Werk abzuliefern, aber dennoch knapp hinter seinen Kollegen zu bleiben. Dennoch, Fans können bedenkenlos zugreifen, und Bluesliebhaber im Allgemeinen sollten auch Probehören.

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