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BACKYARD BABIES - Stockholm Syndrome

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Artist BACKYARD BABIES
Title Stockholm Syndrome
Label GUN RECORDS/ SUPERSONIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Sind die BACKYARD BABIES krank? Der Himmel über Schweden ist blutrot wie von einer bösen Vorahnung und dann hat sie auch noch dieses mysteriöse Stockholm Syndrom erwischt, unter dem man sich zunächst wenig bis gar nichts vorstellen kann. Doch ein kurzer Blick in das Booklet signalisiert dann sofort Entwarnung: Da liegen die Babys, sanft wie Kleinkinder, nicht in Wiegen, sondern Gartenstühlen und führen sich den Jack Daniels wie Fläschchen an den Mund. Alles beim alten also.

Dazu passt dann auch die bekannte, demonstrative Arroganz, mit welcher die Band bereits im Vorfeld verkündet, dass wer dieses Album nicht möge eben nichts von Rock n Roll verstehe. Um die 30 Freunde haben sie für den ehemals als B-Seite geplanten Punk-Klopfer „Friends“ gewinnen können und ansonsten galt für die Aufnahmen in den Larabee Studios New York, dass die Pegel ruhig bis weit über den Anschlag stehen dürften, solange es nur geil klinge. Merkwürdigerweise stehen die Pegel da aber gar nicht und dementsprechend klingt „Stockholm Syndrome“ dann auch keineswegs geil. Im Gegensatz zu den gerade mit „Automatic Thrill“ durchstartenden GLUECIFER machen sich die BACKYARD BABIES zwar nirgendwo zum Affen, doch dieses risikolose Herumtuckern in sicheren Gewässern führt dann eben genauso wenig zum Rock-Rausch oder dem überwältigenden Kick aus Krach und Krawall. Prima Radiofutter für EinsLive ist das, Produzent Joe Barresi hat alles daran gesetzt, die Band zwar nicht ganz so modern, aber mindestens so eingängig wie THE RASMUS klingen zu lassen und Melodie und Gitarren fein gegeneinander austariert. Auf der ersten Single „Minus Celsius“ und dem Opener „Everybody Ready“ führt das zu prima Ergebnissen, bei den übrigen Stücken zu gepflegter Langeweile und Altherrenrock – so gesetzt wie „Earn the Crown“ oder „You tell me you love me you lie“ klang die Band selten. Anarchie auf Sparflamme und wer dachte, Rock n Roll sei Rumpeln, Räudigkeit und rotzige Attitüde wird umdenken müssen.

Angeblich haben die Jungs auf Tour Stories erlebt, die „so geil sind, dass man ein Buch schreiben müsste“. Vielleicht sollten sie die Bleistifte spitzen und genau das tun, denn mit ihrer Musik lässt sich derzeit nicht einmal eine Seite im WOM Magazin füllen. Vor dem Stockholm Syndrom braucht keiner Angst zu haben.

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