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BAD SECTOR - Kosmodrom (Re-Release)

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Artist BAD SECTOR
Title Kosmodrom (Re-Release)
Homepage BAD SECTOR
Label POWER & STEEL/ LOKI FOUND
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Massimo Magrini und die Loki Found bescheren uns hier eine Wiederveröffentlichung der allerfeinsten Sorte. BAD SECTORs „Kosmodrom“ erschien ursprünglich im Jahre 2005 in limitierter Auflage als 10-Track-Version und in noch begrenzter Stückzahl (185) mit zusätzlicher MCD. Dieses längst vergriffene Paket wurde nun neu aufbereitet und kommt als 2-CD Edition, welche nicht nur die damaligen 14 Titel in remasterter Form, sondern vertiefend zudem fünf weitere, unveröffentlichte Kompositionen bereithält! Thematisch ist und war „Kosmodrom“ ein Projekt, das dem Russen Konstantin Ziolkowski gewidmet ist, der als Pionier der Raumfahrt und Begründer der modernen Kosmonautik gilt.

Entsprechend orbital geht der Italiener Magrini hier zu Werke; mit russischen Synthesizer-Modellen, Signaltönen des Sputnik-Satelliten oder Weltraumfunk-Einsprengseln damaliger Space-Missionen dazu möglichst originalgetreu, denn insbesondere die Geschichte der russischen Raumfahrt war wegweisend bei der Entstehung der Ambient Electronica für „Kosmodrom“. Als gelungenes Beispiel mag der Track „Baikonur“ herhalten, benannt nach dem gleichnamigen Weltraumbahnhof, der stimmungsvoll und mit dezent pulsierender Rhythmik Akzente setzt. Überhaupt ist man als Konsument von einer Hyperakusis weit entfernt, die auditive Wahrnehmung fördert vielmehr etliche Feinheiten zutage und spricht so den jeweiligen Feinsinn an.

Speziell auf CD 1 profitiert das Klangmaterial dabei vielfach von seinem harmonisch-schwerelosen Charakter, der etwa auch die zeitgeschichtlich angehauchten Tondokumentationen „June 16, 1963“ (vom Kosmodrom im kasachischen Baikonur startet mit dem Raumschiff Wostok 6 die erste Frau ins Weltall) und „April 12, 1961“ (Juri Gagarin absolviert den ersten bemannten Weltraumflug) in überzeugender Manier prägt. Die 2. Disk spinnt diesen Faden zunächst weiter und verbreitet mit dem atmosphärischen „Oktober 4, 1957“ abermals ätherisch anmutendes Weltraumgefühl, das die unendlichen Weiten in ihrer ganzen Pracht lebendig werden lässt. Die neuen, in 2013 überarbeiteten Stücke wirken dagegen eine Nuance abstrakter bzw. distanzierter und transportieren etwas weniger extraterrestrisches Flair. Dennoch eine reizvolle Ergänzung, die dieses Monument der kosmisch-experimentellen Electronica nur noch interessanter werden lässt.

Gleiches dürfte im Übrigen für das handnummerierte Box-Set mit T-Shirt (lim. 100) gelten!

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