Band Filter

BAKKUSHAN - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist BAKKUSHAN
Title s/t
Homepage BAKKUSHAN
Label EMI MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

Am 11.9. fängt dieses Jahr der Sommer an. Zumindest wünschen sich das die Mannheimer BAKKUSHAN, denn an diesem Tag erscheint Ihr Debütalbum. Als Musikjournalist geniesst man den ungemeinen Vorteil, das Werk bereits jetzt in der sommerlichen Augusthitze zu geniessen – ein Umstand, welcher dem Sound der Band gut tut. Das Veröffentlichungsdatum des selbstbetitelten Erstlings könnte zum Problem werden, da man Mitte September seinen Arsch nicht mehr in die Baggerseen bombt, Autofahren mit offenen Fenstern einen steifen Nacken nach sich zieht und auch die Abende nicht mehr so lau und alkoholgetränkt sind.

BAKKUSHAN sind aus der Schublade „Jung und Hoffnungsvoll“ und geradezu für Chartehren prädestiniert. „Am Leben von wegen, da hast du mitzureden…“ wer mit solchen Zeilen startet, hat Emotionen zu verarbeiten. So brettert „Gefahr“ punkesk scheppernd tanzbar durchs Oberstübchen, lässt dabei ein paar Wutfloskeln kreisen und setzt sich gekonnt im Gehörgang fest. Das gelingt der Band scheinbar mühelos, denn auch „Sturm in meiner Stadt“ und „Baby, du siehst gut aus!“ landen direkt im Kurzzeitgedächtnis. Ersterer Titel mit bissigem Rhythmus und klargespültem Refrain, zweiterer mit unwiderstehlicher Motivation, seine Extremitäten in Bewegung zu versetzen. Ein Track, der abgeht wie Kokain und Rotwein, dabei aber weniger verkatert von der Tanzfläche fallen lässt. Ultimativ in seiner Dekadenz und Beliebigkeit „Alles war aus Gold“, das klingt, als wäre Thees Ullmann endlich mit KETTCAR im Studio gewesen. Sänger Daniel Schmidt katapultiert sich damit in höhere Indierockweihen und lässt den Komplettausfall „So hört sich der Sommer an“ vergessen. Was klingt, als wären SEED auf Weed und hätten dabei ein paar E-Gitarren entdeckt, ist der Tiefpunkt der Mannheimer, gleichzeitig bestes Beispiel für die Belanglosig- und Orientierungslosigkeit des Sounds. Spätere Titel wie „Springwut“ oder „Stadt Land Fluss“ lassen den Vergleich mit REVOLVERHELD zu. Die angesprochene Sonne scheint „Lass die Sonne und mich allein“ aus dem Arsch. Ein Akkord abgegriffener als Dolly Buster und ein Refrain mit erhöhtem Lichtschutzfaktor sorgen für Wohlgefallen und das angenehme Gefühl angekommen zu sein.

BAKKUSHAN sind der Soundtrack für den Sommer. Lockerleichte, eingängige Ohrwurmkost mit Tanzbarkeitsgarantie lassen so manche Sommernacht sicher unvergessen. Wirklich dauerhaft im Gedächtnis kann sich die Band nicht platzieren, zu viele Einflüsse lassen sich sofort erhören, wirkliche Akzente können weder musikalisch noch gesanglich gesetzt werden – letztendlich ist es aber so, wie die Band auf dem letzten Titel selbst feststellt: „Alles wird gut“, wenn nur das Wetter passt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

BAKKUSHAN - Weitere Rezensionen

Mehr zu BAKKUSHAN