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BARBARISMS - Zugzwang

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Artist BARBARISMS
Title Zugzwang
Homepage BARBARISMS
Label DEVIL DUCK RECORDS
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„Zugzwang“ ist das vierte Album von BARBARISMS, einer Indie-Folk-Rock-Kapelle, die in Stockholm gegründet wurde, nachdem die beiden erfahrenen schwedischen Musiker Tom Skantze und Robin Af Ekenstam den produktiven amerikanischen Schriftsteller Nicholas Faraone trafen. Der hatte zwar nicht wirklich irgendwelche musikalischen Erfahrungen, aber das Trio veröffentlichte 2014 sein selbstbetiteltes Debüt, auf das 2016 „Browser“ folgte und zwei Jahre später „West In The Head“. Das aktuelle „Zugzwang“ ist so etwas wie ein weitläufiger Reisebericht, der Herzschmerz, spirituelle Heimatlosigkeit und die Unwiderstehlichkeit des Versuchs, seinen Problemen auszuweichen, zum Thema hat.

So war die langjährige Beziehung des Masterminds und Leadsängers Nicholas in die Brüche gegangen und da der so aus der Bahn geworfen nicht in der Lage war zu schreiben, fuhr er ziellos in Zügen durch Europa. Mit der wunderbaren Americana-Nummer „Trains And Horses“ beschreibt Faraone seinen isolierten, von chronischer Migräne geplagten Zustand, in dem er sich abwechselnd mit dem Studium von Schachhandbüchern (daher vielleicht auch der aus dem Schach entlehnte Albumtitel) und den von anderen Reisenden liegen gelassenen Boulevardmagazinen abgelenkt hat. Am deutlichsten wird Nicholas‘ Schmerz vielleicht mit dem Opener „I Want To Change My Mind“, während das gefühlvolle „Central Stockholm“ für den Abschied von seiner langjährigen Heimatstadt steht und das tiefgründige „Spiritual Saskatchewan“ für die Erfahrungen, die er auf seiner Solo-Tour durch Kanada gemacht hat. Das reduzierte „Wooden Nickels“ spürt der Bitterkeit einer Trennung nach, während „Clean Evil“ federleicht daherkommt, jedoch schwere Text-Kost im Gepäck hat.

Obwohl „Zugzwang“ im Zusammenhang mit einer Trennung entstanden ist, verbirgt sich hinter der Platte viel mehr als ein Trennungsalbum. Für Nicholas Faraone war es auch die Frage, ob und wie er je wieder schreiben soll. Wir dürfen von Glück reden, dass es ihm gelungen ist, denn die neun hörenswerten Songs strotzen nur so vor Emotionen und sind nicht nur ein Allheilmittel für dunkle und Zeiten, sondern auch einfach schöne, handgemacht Musik, die zu hören Spaß macht – ganz egal, in welcher Gemütsverfassung man sich gerade befindet. Übrigens zeichnet für das (Cover)-Artwork der Künstler Jan Håfström verantwortlich, auf dessen Bauernhof ein paar Stunden nördlich der schwedischen Kapitale der Sänger nach seiner Rückkehr gelebt hat. Als die Band kam, um die neuen Songs durchzuspielen, hörte Håfström zu und malte Albumcover und Artwork.

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