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BARBAROSSA - Imager

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Artist BARBAROSSA
Title Imager
Label MEMPHIS INDUSTRIES
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Geschichtsstunde beim Terrorverlag: Barbarossa, das war doch dieser mittelalterlicher Kaiser mit dem roten Bart. Der Sage nach schläft er im Kyffhäuser und wartet auf bessere Zeiten. Die scheinen noch nicht angebrochen zu sein, der rote Bart von Friedrich Barbarossa wächst und wächst, da kann sich James Mathé den Namen auch für sein Musikprojekt BARBAROSSA ausleihen; immerhin teilen sich die beiden Herren ja auch die fuchsige Bartfarbe, die Friedrich I. den prägnanten Beinamen gab. Mittelalterlich geht es bei dem Londoner Klang-Troubadour gleichen Namens allerdings so gar nicht zu.

Stattdessen mixt Mr. Mathé, der fortwährend als Sidekick von José González (der übrigens auch als Gastmusiker auf „Imager“ zu hören ist) und dessen Band JUNIP unterwegs ist, Folk, Soul und zurückhaltende elektronische Klänge. Nach dem 2013er Erstling „Bloodlines“ geschieht dies jetzt mit zehn neuen Tracks, die sich auf dem neuesten Silberling versammelt haben. Los geht’s mit dem titelgebenden Song, der BARBAROSSAs Fallsett-Stimme in den Mittelpunkt rückt und mit dezenten Synthie-Sounds unterlegt. „Home“ bringt eine fast schon sakrale Stimmung ins Spiel, während das schwermütige „Solid Soul“ langsam Fahrt aufnimmt und das flirrende „Settle“ den versierten Soundtüftler zum Vorschein bringt. Eine Spur kantiger präsentiert sich derweil „Nevada“, ehe „Dark Hopes“ erneut leise, reduzierte Töne anschlägt. Von schlichter dunkler Schönheit ist „Silent Island“, während „Muted“ in minimalistischer Slow Motion daherkommt. „Human Feel“ spielt abermals mit den elektronischen Versatzstücken, bevor „The Wall“ am Ende noch einmal den Fokus auf James’ entrückte Stimme lenkt.

Wer bei den BARABROSSA-Vocals an JAMES BLAKE denkt, liegt im Übrigen gar nicht so verkehrt. Ansonsten darf man von James Mathé melancholisch anmutende, elegische Elektronik-Hymnen erwarten, die von einer gewissen Rastlosigkeit geprägt sind. Die lässt sich mit dem Gefühl des Verdrängt Werdens  und natürlich jeder Menge Herzschmerz erklären. Aufgewachsen inmitten von Londoner Künstlerkommunen und in einer pulsierenden Szene im Herzen der Stadt, muss Mathé mit ansehen, wie sein einstiger kreativer Hort der Macht des Geldes weichen muss und immer mehr an die Peripherie verdrängt wird. Macht in Summe gefühlvollen Elektro-Soul mit wehmütiger Schönheit.

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