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BARENAKED LADIES - Barenaked Ladies Are Men

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Artist BARENAKED LADIES
Title Barenaked Ladies Are Men
Homepage BARENAKED LADIES
Label DESPERATION RECORDS/ NETTWERK MUSIC
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Die splitternackten Damen sind in ihrer kanadischen Heimat eine ganz große Nummer, auch die US-amerikanischen Nachbarn wissen ihren Rock-Pop zu schätzen, bei uns konnte sich das Quintett in den 18 Jahren ihres Bestehens nicht so recht durchsetzen. Dabei bestechen die Jungs neben Fleiß (die jüngste VÖ ist die zweite innerhalb von sechs Monaten) durch mitreißende Live-Shows, die regelmäßig eine Mischung aus Musik und Klamauk sind, eine enorme Offenheit gegenüber neuen Medien (Live-Mitschnitte ihrer Gigs werden z.B. auch auf USB-Stick angeboten) und eine regelrechte Zusammenarbeit mit ihrer Fanbase: BARENAKED LADIES-Fans sind Teil der Musikvideos, designen Band-T-Shirts und remixen Songs.

All das beeindruckte den europäischen Musikfreund bislang wenig, was auch daran liegen mag, dass der Humor der BNL-Texte für uns nur schwer zu verstehen ist und allein die Musik nicht aus der Masse hervorsticht. So ist auch „Barenaked Ladies Are Men“ eine nette Scheibe, allerdings ohne echte Höhen oder Tiefen. Die Songs plätschern angenehm vor sich hin, ohne besonderes Aufsehen zu erregen. Solide Unterhaltung ohne wirklich herausragende Highlights. Nun ja, wir wollen nicht zu hart ins Gericht gehen mit den Herrschaften aus Toronto, die aus einem Bandcontest hervorgegangen sind, den Ed Robertson (Gesang & Gitarre) eigentlich mit einer ganz anderen Kapelle bestreiten wollte. „Angry People“ ist wirklich ein richtiger Gute Laune-Song in bester BNL-Tradition, der vom zweiten Sänger und Gitarristen Steven Page vorgetragen wird. Bei „Down To Earth“ übernimmt Ed das Mikro, qualitativ steht er seinem alten Kumpel aus Schulzeiten in nichts nach. Neben all den BNL-Späßchen ist auch Platz für zwei Balladen, die auf den Namen „Beautiful“ und „The New Sad“ hören und für meinen Geschmack doch arg weich gespült sind. Dann doch lieber das orgelbetriebene „Running Out of Ink“, das auch glücklicherweise wieder an Fahrt aufnimmt. „Maybe Not“ verfügt über „Klatsch“-Passagen, die natürlich bestens ins interaktive Bild passen, das ich von den Kanadiern habe, da wissen die Zuhörer gleich, was in den Konzerten auf sie zukommen wird. Auf „I Can I Will I Do“ klingt Steven ähnlich heiser wie ich im Moment, irgendwie kommt’s bei ihm dann aber doch besser rüber als mein mäßiges Gekrächze. Vielleicht sollte ich doch den Alkohol und die Kippen weglassen? Hinter dem fröhlichen Dixie- Sound von „Fun & Games“ verbirgt sich ein kritischer Song über Bush und den Irak-Krieg, die BARENAKED LADIES haben also durchaus auch einen politischen Anspruch. Zum Schluss wird es mit „What A Letdown“ und „Why Say Anything Nice“ noch mal etwas rockiger, ein letztes Aufbäumen sozusagen.

Man muss sich mit dem Fünfer wohl etwas intensiver und vor allem Face to Face befassen, um ihre wahren Qualitäten zu ergründen. Vom Hocker gehauen haben sie mich jetzt nicht, aber auch nicht gelangweilt oder gar genervt, mir fehlen nur ein wenig die Ecken und Kanten, die eine richtig gute Band unverwechselbar machen.

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