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BARU - Sailors of The City

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Artist BARU
Title Sailors of The City
Homepage BARU
Label KICK THE FLAME
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

Die vier Jungs von BARU sind offenkundig in den Achtzigern musikalisch sozialisiert worden. Die Kapelle aus Werdau in Sachsen hat diese Kindheitserinnerungen jetzt in ihrem Erstling „Sailors of The City“ verpackt und schickt elf Indie-Popsongs auf die Reise, deren Eingängigkeit erklärtes Ziel der Truppe war. Ferdinand Weigel (Gesang), Andres Seidel (Gitarre), Ronny Haberer (Bass) und Drummer Jacob Feustel haben sich für die Produktion ihres Debüts zwei Jahre Zeit gelassen und konnten dabei auf den versierten Producer Tobias Siebert zählen, der bereits mit ME AND MY DRUMMER, PHILLIP BOA, KETTCAR, JULI oder auch ENNO BUNGER gearbeitet hat.

Eingängig sind die Lieder auf jeden Fall geworden. Insofern ist das Klassenziel schon mal erreicht. Aber es sollten ja nach eigenem Bekunden auch noch Beständigkeit und Eigensinn hinzukommen. Was der treibende Opener zunächst einmal schafft, ist Aufmerksamkeit. Sauber produziert geht die Nummer in der Tat direkt ins Ohr, bevor mit „Take A Look“ die Elektro-Karte trumpft. „Colds“ verlegt sich derweil in andere Rhythmusgefilde und schraubt Ferdinands Stimme in androgyne Höhen, bevor die erste Singleauskopplung „Repair“ anfangs druckvoll nach vorn prescht, dann jedoch noch mal einen Gang zurückschaltet, um sich mehr Zeit für allerlei Sound-Spielereien zu nehmen. Insbesondere die Vocals lassen mich beim knackigen „Blindrunner“ an den Kollegen Tom Chaplin von KEANE denken, aber auch die flotten Sounds könnten durchaus von den Briten stammen. Die „Interlude“ ist in der Tat nur der instrumentale Auftakt des ebenso gefühlvollen wie pumpenden „In Love With Delay“, dem sich das tanzbare „Open Ears“ anschließt. Beim balladesken „My Innocent Colour“ könnten BARU fürs Schlagwerk bei „Be My Baby“ von den RONETTES geklaut haben – eine verzeihbare Sünde, die bereits kurze Zeit später beim Titeltrack „Sailors of The City“ auch schon wieder vergessen ist.

Auch dieses Stück flutscht nämlich ohne Widerhaken durch die Gehörgänge, womit wir auch den kleinen Fehler der Platte gefunden hätten. Sie ist manches Mal einfach ein wenig zu glatt poliert. Die gewünschte Beständigkeit beweist das Quartett, das inzwischen in Erfurt, Leipzig und Erfurt zuhause ist, durchaus. Auch bewegt sich die Qualität der einzelnen Songs auf gleichbleibend hohem Niveau, aber der Eigensinn, den sich BARU auf die Fahnen geschrieben haben, ist bei der zweifellos gelungenen Eingängigkeit hier und da auf der Strecke geblieben. So könnte es schwierig werden, sich mit „Sailors of The City“ aus der Masse hervorzuheben.

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